Romanwelt Shaendâra: Die Magie

Es ist Zeit, ein bisschen über die Magie in meiner Romanwelt Shaendâra zu sprechen. Wollen wir also einmal schauen, wie die magische Ordnung aufgebaut ist und wer die Begabten und Auserwählten sind, die Magie ausüben.

Wie im ersten Teil dieser Blogreihe erklärt, schufen die Shana die Welt Shaendâra aus einer Art schöpferischem Regen. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten waren sehr vielseitig und aus diesem Wissensstamm erwuchsen die magischen Äste in unterschiedliche Richtungen.

Einer der frühesten Talmar namens Dràoch galt als besonders schöpferisch und weitsichtig. Er wollte sicherstellen, dass die Weisheit der ersten Shana auch in späteren Jahrhunderten erhalten bliebe. In seinen Kindern vereinte sich das Blut der Talmar mit den Penyar.

Die unterschiedlichen Richtungen der Magie in Shaendâra

Viele kleinere Zweige sprossen in den folgenden Jahren daraus hervor. Die bedeutsamsten entsprangen Dràochs ältestem Sohn, in dessen Nachkommen auch das Blut des Elfenvolkes gegenwärtig war. Und aus dieser Verbindung stammten wiederum drei Söhne: Enwa, Gebor und Nam’vanyar. Durch sie entstand die Linie der Mestari, der übergreifend für alle Kundigen der Magie in der Welt Shaendâra gilt, sofern sie mindestens den ersten magischen Grad erlangt haben.

Die Lehrmeister der Magie

Enwas Nachkommen, die man daher Enwaren nennt, erschufen in der Zeit vor der Ersten Verdunkelung die größten magischen Tempel Shaendâras, viele davon in jenem Gebiet, das heute als die verlassene Ödnis Enwaerûn bekannt ist. Sie verschrieben sich der Weitergabe des alten Wissens an jüngere Generationen.

An der Westküste des Landes Tâlameth erbauten sie eine Stadt und gaben ihr den Namen Aza’Dhaan. Hoch auf den Klippen gründeten sie die Akademie des treuen Pfades, umlagert von nackten Felsterrassen und blühenden Hängen. Hier vor allem sollten jene unterrichtet werden, die ihnen nachfolgten.

»O Tywyll i’r Sol! Aus dem Dunkel ins Licht!«, stand als Sinnspruch über der Pforte, neben dem eingemeißelten Abbild einer Eule, und lange galt die Akademie als die größte magische Schule in Shaendâra.

Ihre Oberin Kyldana beherrschte sowohl die Geistmagie als auch die Magie der Elemente so gut, dass sie imstande war, die Gesänge aller vier Elementargeister  (siehe Die Schöpfung Shaedâras) zu verstehen. Sogar unter Dràochs Erben, in denen auch das Blut der Penyar floss, kam dies äußerst selten vor, außerhalb seiner Nachfahren überhaupt nicht.

Die Hüter der Magie

Was die Werke Nam’vanyars, des jüngsten Bruders, angeht, ist nur wenig bekannt. Doch war er der Vater von Vaìrdor, der im Ersten Zeitalter den Schattenangriff auf die Seelenflamme vereitelte, und hernach als Erster den Titel »Bewahrer der Seelen und Wächter des Lebens« trug.

Zugleich begründete er die magischen Orden und Gilden, wurde der höchste unter den Magiekundigen in ganz Shaendâra, und bildete aus seinen engsten Vertrauten den so genannten Inneren Zirkel. Aus diesem erwählte er selbst und jeder Seelenwächter nach ihm seinen Nachfolger.

Ein falsches Urteil

Einige Jahre bevor Ûussa zum Obersten aller Mestari erwählt wurde und fortan als Hüter über die Seelenflamme wachte, war er durch die Lande gezogen, um sich einen Lehrling zu suchen. Die beiden Brüder Sìdhor und Faergûll kamen in die engere Wahl und er beobachtete sie eine Weile sehr genau, um ihr Inneres zu erforschen.
Sìdhor war ein friedliebender Mensch und schien Ûussa ein würdiger Schüler zu sein. Hinter Faergûlls Augen und frommen Worten erkannte Ûussa aber einen Schatten und beachtete ihn daher kaum. Das schürte Faergûlls Eifersucht auf seinen Bruder und rasend vor Zorn zerstörte er dessen Hab und Gut. Anschließend trat er weinend vor Ûussa und bettelte, dass dieser doch auch ihn in der Magie unterweisen möge. Ûussa aber, der seinen Verdacht bestätigt sah, zögerte und willigte erst ein, nachdem der Vater der beiden Jungen ihn herzeinnehmend darum angefleht hatte.
Schon bald erkannte Ûussa, wie falsch sein Nachgeben gewesen war. Doch zu diesem Zeitpunkt war das Unheil bereits über Shaendâra hereingebrochen und erst viele dunkle Jahre später sollte dieser Fehler korrigiert werden.

In Sìdhor immerhin irrte Ûussa nicht – er gilt noch heute als der bedeutsamste und mächtigste Paith’an’Leawha aller Zeitalter, der die Schattenherrschaft, die sein Bruder begonnen und sein Neffe später noch finsterer fortsetzte, beendete.

Die magische Ordnung

In der Kyarlath Dhrai, der magischen Ordnung, sind die sieben magischen Ränge beschrieben. An diesen lassen sich die Hierarchie und die Fähigkeiten jener, die in der Magie ausgebildet werden, erkennen. Jedem Rang ist eine andere Farbe zugewiesen.

Zu Beginn steht der Iomai, der Anwärter, der den Pfad der magischen Ausbildung beschreiten möchte und eigentlich noch nicht zu den Rängen im engeren Sinne zählt.
Die erste echte Rangstufe ist die des Imri, des Schülers, der während seiner magischen Grundausbildung die Farbe schwarz trägt. Denn die Schüler sind vom höchsten Rang am weitesten entfernt. Das Schwarz ihrer Kutten symbolisiert die Leere, die in diesem Stadium in ihrem Inneren existiert und welche die Magie künftig füllen soll.

Es folgt der Printi, der Lehrling, dessen Lehre durch einen einzelnen Meister erfolgt, mit dem er drei Jahre durch das Land reist. Der Mantel eines Printi ist schwarzbraun, zudem darf er sich während dieser Zeit einen Stab anfertigen.
Mit bestandener Prüfung am Ende der Lehrzeit darf er sich einen vollwertigen Zauberer und Gelehrten nennen und erhält den Titel Adepto bzw. Adepta. Aber auch dieser geht noch nicht mit einem magischen Grad einher.

Die Adepti tragen Braun, das für Herkunft, Wurzeln und die Summe der Erfahrungen steht, die sie während ihrer Ausbildung gesammelt haben.

Nach frühestens fünf weiteren Jahren können Gelehrte den Zaubergrad der ersten Ebene erlangen und dadurch zum Ardano oder zur Ardana aufsteigen. Fortan gehören sie zum Grünen Orden. Das Grün symbolisiert die Mitte, Wachstum und Erneuerung. Die Ardani, die das grüne Gewand anlegen, haben ein nächsthöheres Wissen erreicht. Doch ist ihnen bewusst, dass dies erst die Basis darstellt. Der Pfad zur Weisheit bleibt lang und steil und es bedarf einer regelmäßigen Erneuerung, um ihn zu erklimmen.

Zauberer der zweiten bis sechsten Ebene gelten als Großmagier und werden mit Magus oder Maga angesprochen. Sie tragen mit jeweiligem Aufstieg nacheinander die Farben Gelb, Orange, Rot, Türkis und Violett.

Auf der siebten bis neunten Stufe folgen die Farben Blau, Grau und Weiß. Magier, die diese Ebene erreicht haben, dürfen sich Archani, Erzmagier, nennen. Das Weiß stellt die höchste Farbe dar, denn sie vereint alle anderen Farben in sich und symbolisiert somit das Vollkommene, das Licht, das Gute und die Reinheit.

Die Gabe der Seher

Die Nachkommen Gebors bewahren eine Kraft, die unter den Shana als die höchste Gabe angesehen wurde und die heute sogar unter den Ältesten kaum noch verstanden wird.

Obwohl die Gabe in frühen Tagen weit verbreitet war, galt Dràoch als der erste Seher.

Als seine Gemahlin in die Flamme einging, blieb Dràoch zurück. Denn er ahnte, dass jedem Tag eine Nacht folgen würde, und so machte er sich ans Werk, um die Seelenflamme für die Zukunft zu schützen und bewahrte dies als sein Geheimnis. Dràochs Auge wird dieses Werk genannt – und sogar unter den alten Weisen der treuen Völker weiß kaum jemand darum und noch weniger verstehen es.

Während die Gabe sich unter den Talmar verflüchtigte, spürte Dràoch sie in seinem Enkel Gebor stärker als in jedem anderen. Ihm allein vertraute er sein Geheimnis an, als er beschloss, selbst in die Flamme einzugehen. Seitdem bewahren Gebors Erben das Vermächtnis durch alle Jahrhunderte hindurch. Man nennt sie die Alte Sippe, denn sie hüten das älteste und wertvollste aller Geheimnisse der Shana. Aber es sind nur wenige von ihnen übrig. Darum droht das Wissen verloren zu gehen.

Das Zentrum der Seher liegt im Süden des Wüstenreiches, in der Stadt Tagris Mor. Doch auch diese Stadt wuchs im Laufe der Jahrhunderte in solchem Ausmaß an, dass der einst prächtige Tempel heute nur noch ein Anhängsel vergangener Tage darstellt, an dessen Bedeutung der Hauptteil der Bevölkerung sich kaum erinnert.


Romanwelt zu Flamme der Seelen: Das Erbe Dràochs und die Entstehung der Magie

Menschenfremde magische Kulturen

Natürlich existiert die Magie nicht nur unter den Menschen, tatsächlich kommt sie bei diesen im Laufe der Jahrhunderte immer seltener vor.

Den Elfen und den noch älter scheinenden La’an, den Laubläufern, den Tallocs in den Hügeln und den Ghorrocs unter den Bergen, ebenso wie den Quellschwestern im Hain von Beth’nal’Mâr, wohnt jeweils eine ganz eigene Form von Magie inne.

Sie alle zu beschreiben, sprengt den Rahmen dieses Artikels. Aber natürlich werde ich euch das ein oder andere Volk in den Folgebeiträgen vorstellen.

Wie geht es weiter?

Für den nächsten Beitrag habe ich meine Romanfigur Elyjas zum Interview eingeladen, der euch ein bisschen von seinen bisherigen Abenteuern berichten wird.

Bis dahin!

Romanwelt Shaendâra: Das Königreich Drâea

Heute stelle ich euch das Königreich Drâea vor, das im Nordwesten meiner Romanwelt Shaendâra liegt.

Während des Ersten Zeitalters, lange bevor das Königreich gegründet wurde, gehörten die Menschen, die die Westküste Shaendâras bevölkerten, verschiedenen Stämmen an. Der größte unter ihnen war der Clan der Wölfe. Weiter nördlich, in der Nähe zum Eisigen Kliff in den Frostbergen, lebten die Adler, der zweitgrößte Stamm. Die übrigen nannten sich Hirsche, Luchse und Bären.

Jeder Clan besaß sein festes Territorium, dessen Grenzen durch Wehrtürme markiert waren. Dennoch stritten die Häupter oft um Land und Gut und führten Raubzüge gegeneinander und mancher Mord geschah, selbst an Frauen und Kindern, um die eigene Macht auszudehnen.

Das Bündnis des Drachen

Im Jahr 1.723 des Zweiten Zeitalters lebte ein Mann namens Dragas. Er unterbreitete den Stammesführern ein Angebot, das sich auf gemeinsame Stärke, Schutz und Wohlstand berief. Vier der fünf Clans vereinten sich unter seinem Banner.

Wolf, Hirsch, Luchs und Bär krönten Dragas zu ihrem ersten König des neuen Reiches. Als Wappen erwählten sie einen langschwänzigen Drache.

Die Erben der Adler

Nur Tuulog, der Stammesfürst der Adler, verschmähte Dragas‘ Angebot, denn er wollte seine Unabhängigkeit nicht aufgeben. Dragas überließ ihm und seinen Nachfahren das Gebiet südlich der Frostberge, in dem die Adler schon zuvor gelebt hatten und das noch heute als Wildernis bekannt ist, mit seinen dunklen Wäldern und kargen Hügeln. Doch verlangte Dragas, dass Tuulogs Horde im Gegenzug keine Verbrechen gegen das Königreich übten. Ansonsten würde er sie mit aller Kraft aus ihrer alten Heimat vertreiben.

Viele vom Clan der Adler blieben in der Wildernis und trieben friedlichen Handel mit den Bewohnern der neu gegründeten Städte im Herzen Drâeas, der beiden Seiten zugute kam.

Tuulog selbst jedoch und einige seiner treuesten Gefolgsmänner zogen nordwärts über die Frostberge hinaus bis in die Eislande. Ihre Nachfahren hielten sich nicht an das friedliche Abkommen und begannen stattdessen, die Dörfer im Süden zu überfallen. Bald darauf wurden sie nur noch als Wilderlinge bezeichnet, unzivilisiert, raubeinig und mehr Tier als Mensch.

Viele Jahre später mischte sich ihr Blut mit den Nachkommen Dhryns, einem Enkel von Dragas, der weit hinten in der Erbfolge stand und daher über die Grenzen des Königreiches hinauszog, um sein Glück andernorts zu finden.

Romanwelt Shaendâra aus "Flamme der Seelen": Das Königreich Drâea

Die Stammlinie der Könige

Zu Beginn weitete Dragas die Grenzen seines Königreiches bis zu den Frostbergen im Norden, dann entlang des Eisengebirges im Osten und bis zum Weißen Gipfel, dem höchsten aller Berge, und von dort wieder nach Südwesten bis ans große Meer.

Im Süden und Osten erbaute er zwei Schutzfesten nahe den Grenzen und in der Mitte seines Reiches gründete er die »Stadt des Königs«. Von dort aus führte er die Geschäfte seines Reiches und nach ihm folgte sein ältester Sohn Draléif auf den Thron. Sein zweitältester Sohn und dessen Erben siedelten an der Westküste und herrschen seitdem als Fürsten von Kastal Roc.

Im Meer südlich davon schwimmen die Innis Or, die Goldenen Inseln, die ebenfalls dem Königreich angehören. Sie sind weithin unbewohnt. Nur an der Ostseite des nördlichsten Eilands existiert eine Stadt: Galeija.

Mehrere Generationen folgten, bis zu dem Tag, an dem Aeghal den Thron von Drâea bestieg. Während seiner Regentschaft wuchs im Osten ein neuer Schatten heran und die Zweite Verdunkelung breitete sich über meiner Romanwelt Shaendâra aus.

Nach vielen Jahren des Krieges und hohen Verlusten gelang den Menschen Drâeas gemeinsam mit ihren Verbündeten aus den südlichen und östlichen Ländern und unter den anderen fremdartigen Völkern im Jahr 2.499 des Zweiten Zeitalters der Sieg über den Schatten.

Das Dritte Zeitalter brach an und das Königreich Drâea weitete sich durch die bestehenden Bündnisse mit seinen Nachbarreichen Likhana im Süden und Uskûndor im Osten weiter aus.

Zu Ehren seiner Gemahlin und als Symbol des Sieges ließ König Aeghal bald darauf die östliche Schutzfeste am Fuß der Eisenberge in Kendorras, die Stadt des Friedens, umbenennen.

Aeghals Gemahlin gebar drei Söhne und zwei Töchter und nach Aeghals Tod folgte der Erstgeborene Domhnall seinem Vater auf den Thron und dessen Sohn Domhléif danach. Domhléifs Gemahlin wiederum brachte einen Jungen zur Welt, der zum Leid seiner Eltern im Alter von dreizehn Jahren tödlich verunglückte, und der König blieb lange ohne Erben zurück. Erst acht Jahre später wurde er zum zweiten Mal Vater, dieses Mal von einer Tochter. Der König war bereits alt und rechnete nicht damit, noch einen Sohn zu zeugen. Weil aber die Thronfolge den männlichen Abkommen seiner Linie vorbehalten war, ahnte Domhléif, dass nach seinem Tod sein jüngerer Bruder Ândrahel die Krone erben würde. So geschah es im Jahr 2.597 des Dritten Zeitalters.

Schon bald nach Ândrahlels Krönung erhob sich abermals ein Schatten über die Welt Shaendâra, dessen finstere Horden die Grenzen bedrohten. Die Stadt Kendorras wurde von grausigen Schattengeschöpfen, den Rak’Zhâr, überrannt und dem Erdboden gleichgemacht. Lorcas, der einzige Bruder des Königs, fiel in jenem Kampf.

König Ândrahel erlebte diesen schwarzen Tag nicht mehr, denn er war gemeinsam mit seinem zweitgeborenen Sohn zuvor auf Reisen durch die Ostlande von den Rak’Zhâr überfallen und ermordet worden. Und auch die Königin erlebte das Gemetzel nicht. Sie starb zwei Monate vor dem Angriff an gebrochenem Herzen über den Verlust ihrer Lieben.

Alle Hoffnung ruhte jetzt auf Prinz Aedhan, dem einzig lebenden Erben aus Aeghals Linie. Aber der Prinz war von einer Schlacht an der Südgrenze des Reiches nicht zurückgekehrt und man munkelte, die Rak’Zhâr hätten ihn verschleppt, was einem Todesurteil gleichkam. Seit jenem Tag ist sein Schicksal ungewiss und der Thron Drâeas bleibt leer.

Es ist der Statthalter von Dh’Aschjar, der durch Heirat mit der Königsfamilie verbunden, über das Land regiert, ohne selbst die Krone zu tragen. Denn noch immer hoffen die Menschen in Drâea, dass ihr rechtmäßiger König wiederkehrt.

Das heutige Territorium

Heute umfasst das Königreich Drâea weniger Gebiet als zu seinen Anfängen. Im Norden reicht es noch immer bis an die Frostberge. Im Süden bilden die Hügelkuppen rund um die südliche Schutzfeste eine natürliche Grenze zum verbündeten Fürstentum Likhana.
Im Osten hat das Reich am meisten Land eingebüßt. Der Weiße Gipfel ragt längst weit außerhalb der Grenzen Drâeas, inmitten der satten Täler Uskûndors, in die Wolkendecke. Im nördlichen Areal verläuft die Grenze noch immer entlang der Eisenberge, knickt dann aber scharf nach Südwesten hin ab. Die Ruinen von Kendorras bleiben Feindesgebiet, einige Meilen westwärts behält die Flusswacht die Grenze im Auge, die sich weiter Richtung Süden durch die Wälder zieht, wo sie von der Waldwacht vor den streunenden Unholden der unwirtlichen Ödnis geschützt wird.

Die Stadt Dh’Aschjar, am Fuß des westlichen Massivs der Eisenberge gelegen, ist in heutigen Tagen die größte Stadt und wichtigster Handelspartner der Bewohner Likhanas. Die Handelswege nach Osten sind zu gefährlich geworden.

Von Bedeutung sind außerdem die Stadt Galeija und das Dorf Kastal Roc an der Westküste. Darüber hinaus existieren einige kleinere Dörfer.

Der Alte Wald

Der Alte Wald liegt inmitten des draejanischen Territoriums, trotzdem bildet er ein eigenständiges Reich. Er ist die Heimat der Ellyllîm, des Elfenvolkes, angeführt vom Hochfürsten Llewellyn.

Die Draejaner wissen um die Existenz dieses Reiches und meiden es, den Alten Wald zu betreten, obwohl die Ellyllîm ihnen wohlgesonnen gegenüberstehen. Hochfürst Llewellyn hält seinerseits enge Verbindung zur Scolai, der Magierschule in Dh’Aschjar, aufrecht.

Das Leben in Drâea

Die Gesellschaft der Draejaner teilen sich in drei Hauptgruppen: Soldaten, Händler und Kaufleute sowie das einfache Volk. Darüber hinaus gibt es – wie bei den anderen Völkern – einige seltene, in denen die alten Mysterien erwachen und die den Pfad der Magie einschlagen.

Der Handel wird inzwischen fast ausschließlich mit dem Fürstentum Likhana betrieben, insbesondere der dortigen Hauptstadt Tánahar. Im Osten ist er nahezu verebbt, da die Straßen durch den Vormarsch der Rak’Zhâr nicht länger sicher sind. Die Stadt Falias, die einst das wichtigste Handelszentrum war, wurde zerstört und wegen der Rak’Zhâr, die sich in den Eisenbergen eingenistet haben, wagt kaum jemand die Reise nach Osten.

Da der Krieg seit langer Zeit die Grenzen des Königreiches bedroht, sind Soldaten und andere, die sich auf den Umgang mit Waffen verstehen, hochgefragt. Der Drache Drâeas auf der Rüstung wird mit Stolz getragen und kein Draejaner will die Hoffnung an einen letztlichen Sieg gegen die Schattenhorden aufgeben. Ebenso halten sie an dem Glauben fest, dass ihr König eines Tages zurückkehren und das Reich zu seiner einstigen Blüte zurückführen wird. Das versinnbildlicht auch der Obelisk auf dem Marktplatz in Dh’Aschjar, an dessen Spitze ein schimmerndes Oval die Kraft des Seelenlichtes symbolisiert, und die dazu eingravierten Worte: »Dúil mair« – Die Hoffnung lebt!

Doch es hat bereits ein Angriff auf Dh’Aschjar stattgefunden und obwohl er abgewehrt werden konnte, weiß niemand, was beim nächsten Überfall geschehen wird. Die Zukunft des Königreiches Drâea und seiner Bewohner ist ungewiss …

Wie geht es weiter?

Im nächsten Beitrag erzähle ich euch mehr über die Magie in meiner Romanwelt Shaendâra und jene Begabten, die sie ausüben.

Bis dahin!

Romanwelt Shaendâra: Die Schöpfung

Wie schön! Du hast dich entschieden, meine Romanwelt Shaendâra ein bisschen näher zu erkunden. Und womit sollten wir besser beginnen als ganz am Anfang – mit der Schöpfung?

In Shaendâra gibt es viel zu entdecken. Den unterschiedlichen Reichen und Bewohnern meiner Romanwelt widmen wir uns aber später noch. Shaendâra ähnelt nämlich teils auch unserer eigenen Welt, mit mehreren Reichen, in denen unterschiedliches Klima herrscht. So stürmen im Norden eisige Winde von den Frostlanden her und im Süden erstreckt sich die Wüstenhitze der Sandmeere. Es gibt verschiedene Menschenstämme und weitaus ältere Rassen und Völker, die inmitten der Menschenreiche und doch von den Menschen abgeschieden überdauern – die Elfen und Laubläufer in den urtümlichen Wäldern, die Erd- und Steinlinge in den verborgenen Hügeln und unter den Bergen sowie die Drachen.

Und dann existieren dort noch einige sehr viel düstere Kreaturen. Der erbitterte Kampf um die Seelen hat längst begonnen …

Doch heute, wie gesagt, will ich euch davon erzählen, wie die Welt Shaendâra von den Shana erschaffen wurde.

Die Schöpfung: Wie alles begann …

Aus den ersten Tagen der Shaendâras existieren nur bruchstückhafte Überlieferungen. Allein die Dìlae, die Treuen aus dem Geschlecht Dràochs, wissen um die einstigen Mächte ihrer Vorfahren. Bekannt ist daher, dass die Shana, strahlende Wesen voller friedlicher Weisheit, Shaendâra zu Anbeginn der Zeiten erschufen.

Die Tränen des Erwachens


Das Leben in meiner Romanwelt Shaendâra entwickelte sich aus Wahanlen Earrach, den »Tränen des Erwachens«.

Dabei handelte es sich um eine Art schöpferischen Regen, in dem die Shana urkräftige Energien entfesselten. Jene Energien bezeichneten sie als die »Geister der Urkraft« und gaben ihnen die Namen Tândrul, Gandawyr, Daeroniel und Diurylsar. Diese herrschten über die Mächte von Feuer, Luft, Erde und Wasser.

Alles Lebendige zeigte sich fortan als schwächerer Spiegel der Urkräfte, die zu beherrschen fortgeschrittene Geistmagie erfordert. Jede einzelne der Urkräfte der Elementare beeinflusst dabei auch die übrigen drei.
Wenngleich der Geist jedes Einzelnen imstande ist, alle Elementare zu verstehen und deren Stimmen, die vier Lieder Avaarus, zu beherrschen lernen kann, agiert in jedem Lebewesen meist ein Element stärker als die anderen.

So wirkte in all jenen, die im Laufe der Zeitalter zum Hüter des Seelenfeuers erwählt wurden, am stärksten die Magie des Feuers, während den Quellschwestern aus Beth’nal’Mâr die Macht des Wassers und den Tallocs und Ghorrocs die Macht der Erde am stärksten innewohnt.

Romanwelt Shaendâra aus "Flamme der Seelen": Die Schöpfung

Talmar und Penyar

Unter den Shana existierten zwei Gruppen: die Talmar, »Erdwandelnde«, und die Penyar, »Geflügelte«. Aus ihnen gingen alle späteren Rassen hervor.

Dem Namen nach bekannt – und diese waren die höchsten unter den Shana – sind heute noch acht von ihnen: Namyar und Glychna, Draighor und Tanniymh, Fûhbor, Cruthar und Bêthnahel sowie Rigmor.

Während des frühen Erwachens vereinten sich die beiden Talmar Namyar und Glychna. Ihr ältester Sohn heiratete in späteren Tagen Dìlumis, die Tochter Cruthars und Bêthnahels. Aus dieser Verbindung entsprangen die Anführer des Elfenvolkes.

Der zweitälteste Sohn Dràoch vermischte sein Blut mit einer der Penyar und begründete die Linie der Mestari, die bis ins heutige Zeitalter die Gaben der Shana gegenwärtig halten.
Die Nachkommen des Geflügelten Fûhbors brachten die heutigen Drachen hervor, derweil Dìlumis‘ Bruder Ghorza die Ghorrocs aus Stein und die Tallocs aus grasiger Erde formte.

Zuletzt vermählte sich Dubhor, der dritte Sohn Namyars, mit Rigmor, aus deren Linie später die Schatten erwuchsen.

Die Flamme der Seelen

Zwar waren die Shana unsterblich, doch verließen sie eines Tages ihren Körper. Ihre Seele hingegen blieb für alle Zeiten bewahrt.

Als für Namyar und Glychna der Zeitpunkt gekommen war, ihre körperlichen Hüllen aufzugeben, flogen ihre Seelen hinaus und vereinten sich miteinander zu einem strahlenden mystischen Licht. Seit jenem Tag brannte ihr Feuer zum Schutz allen Lebens in Shaendâra und wann immer ein Wesen seinen Körper verließ, fand sein inneres Licht den Weg zu den anderen, die es willkommen hießen, und die Seelen entflammten daraufhin noch heller.

So war es zu Anbeginn aller Zeiten, doch diese Tage sind längst entschwunden.

Das Seelenfeuer brennt heute sehr viel schwächer und droht gar zu erlöschen, die Seelen auf ewig in der Dunkelheit zu irren. Ein grausiger Krieg hat in die Welt Shaendâra Einzug gehalten und hält sie gefangen. Der Ausgang ist ungewiss.

Das Schicksal aller freien Völker liegt in der Freundschaft zweier Jungen und ihrem Vertrauen in sich selbst …

Wie geht es weiter?

Soweit erst mal zur Entstehung meiner Romanwelt. Doch über Shaendâra gibt es noch sehr viel mehr zu erzählen und weitere spannende Hintergründe zu entdecken.

Im nächsten Beitrag werde ich euch den Ort vorstellen, an dem Elyjas‘ abenteuerliche Reise und damit meine Fantasybuchreihe »Flamme der Seelen« ihren Anfang nimmt: Das Königreich Drâea.

Also bis dahin!