Im Jahr 2010 habe ich mir (erstmals) meinen Traum erfüllt, nach Schottland zu reisen. Seitdem war ich fünf Mal dort, quer durchs Inland, auf den inneren und äußeren Hebriden und den Orkneyinseln.

Es war jedes Mal fantastisch und der Wettergott meinte es – entgegen aller verbreiteten Annahmen – wirklich gut mit mir. Lediglich während meiner Reise 2015 hat es fast eine Woche am Stück geregnet.

In Schottland erlebe ich immer wieder eine sehr kreative Zeit und schreibe sehr viel. Die Natur der Highlands ist traumhaft, das Licht irgendwie mystisch und nicht von dieser Welt und die Menschen sehr gastfreundlich.

In »Auf Schottlands wilden Pfaden« habe ich Gedanken und Impressionen, die während meiner Reisen in mir aufgekommen sind, zusammengefasst.

Das Büchlein wird in Kürze als Taschenbuch und E-Book erhältlich sein.

Mein neuer Lyrikband »Im Herzen beisammen« ist erschienen.

Darin enthalten sind Gedichte und Gedanken, die auf dem Weg durch die Trauer begleiten sollen. Denn es ist oftmals schwer, nach dem Verlust eines geliebten Menschen, die eigenen Gefühle in Worte zu fassen. Man erlebt eine finstere Nacht und kann den neuen Morgen nicht erahnen.

Die Worte in diesem Büchlein sind in Zeiten eigener Trauer entstanden. Sie aufzuschreiben gab mir Kraft, nach vorn zu blicken. Vielleicht mögen sie auch anderen Mut und Hoffnung schenken und erkennen lassen, dass ein geliebter Mensch niemals ganz von uns geht.

Mehr Lyrik von mir findest du unter Poesie & Alltagsgedanken

Endlich! Nach langer, liebevoller und manchmal nervenaufreibender Arbeit ist dein Werk vollendet. Aber noch ist nicht der Zeitpunkt, an dem du dich von deinen Romanfiguren verabschiedest, nicht bevor du ihnen noch ein paar letzte Streicheleinheiten geschenkt hast.

All dein Herzblut und deine Leidenschaft sind bereits in die Geschichte eingeflossen. Sie ist ein Rohdiamant. Jetzt geht es um das Feilen und Polieren für den Feinschliff.

1. Schaffe Distanz

Jede Überarbeitung startet mit Distanz.

Wenn du wochen-, monate- oder gar jahrelang an deinem Roman geschrieben hast, steckst du zu tief in deiner Geschichte drin, um sofort ans Überarbeiten zu gehen.

Du benötigst Abstand, um die Instrumente für den Feinschliff an den richtigen Stellen ansetzen zu können, mindestens vier bis sechs Wochen.

Leg dein Manuskript beiseite und beschäftige dich mit etwas anderem. Beginne ein neues Buch, überarbeite eines, zu dem du den nötigen Abstand bereits hast oder fahre in den Urlaub.

Danach kannst du mit den kritischen Augen eines Lesers an deinen Text gehen.

2. Füllwörter raus

Füllwörter besitzen keine Funktion im Text und sind darum überflüssig. Wenn du sie streichst, wird sie niemand vermissen. Im Gegenteil wirkt der Satz ohne sie schlanker und kraftvoller.

Füllwörter, die sich oft wie von allein in den Text schleichen, sind z. B. ja, doch, irgendwie, eigentlich, ganz, mal, natürlich, nun oder allerdings.

Du brauchst sie nicht. Schmeiß sie raus!

3. Nominalstil / Substantivierung

Prüfe deine Texte einmal auf die Endung -ung. Na, wie oft kommt sie vor?

Offenbar lieben wir Substantivierungen, also die Bildung eines Substantivs aus einem anderen Wort, meist einem Verb oder Adjektiv. Das mag in wissenschaftlichen Texten okay sein, für alle anderen Texte ist ein Übermaß davon der Tod.

4. Tausche abgenutzte Metaphern und Vergleiche

Redewendungen wie »nach der Nadel im Heuhaufen suchen«, »mit Ach und Krach«, »wie die Katze um den heißen Brei herumschleichen«, »wie Schuppen von den Augen fallen«, »Blut und Wasser schwitzen« und ähnliche sind uns so geläufig, dass sie uns leider immer als Erstes einfallen und dann in unseren Texten landen.

Spüre diese abgedroschenen Ausdrücke auf und ersetze sie durch originellere Redewendungen.

5. Streiche nichtssagende Adjektive und Adverbien

Sei dabei wirklich streng mit dir und prüfe, welche Adjektive und Adverbien unnötig deinen Text aufblähen. Entferne sie!

Ein passendes Adjektiv am rechten Ort ist wunderbar und löst Bilder im Kopf aus. Darum frage dich im zweiten Schritt, wo du vielleicht ein Adjektiv hinzufügen könntest, um den Text bildhafter und präziser zu gestalten.

6. Variiere deine Satzanfänge

Beginne nicht jeden Satz gleich.

Wenn mehrere Sätze hintereinander z. B. mit »Der/Die/Das« oder »Ich« beginnen, solltest du die Sätze dringend umstellen.

Um mehr Abwechslung zu erreichen, ist es in Ordnung, einen Satz mit einem Adjektiv oder mit einer Konjunktion (aber, doch, denn, oder, und, …) zu beginnen.

Achte aber auch hier auf die Dosis und nutze dieses Stilmittel nicht zu oft.

7. Kürze zu lange Sätze

Mehrfach verschachtelte Sätze, die über vier oder fünf Zeilen gehen, erschweren das Lesen. Ersetze darum das ein oder andere Komma lieber durch einen Punkt und mach aus einem langen zwei kurze Sätze.

8. Streiche Offensichtliches und Überflüssiges

Beispiel: Er griff mit der Hand nach der Tasse.

Ja, womit sonst?

Wenn er nicht höchst talentiert mit den Zehen oder einer Zange nach der Tasse greift, erübrigt es sich, das zu erwähnen.

Beispiel: Sie hob das Glas, um daraus zu trinken.

Auch hier ist der Teilsatz ›um …‹ überflüssig und du kannst ihn streichen.

Anders wäre es, wenn sie das Glas stattdessen aus dem Fenster schmeißen wollte. In dem Fall solltest du es erwähnen.

9. selbst und direkt

Zunächst – wenn du es schreibst, heisst es »selbst«, nicht »selber«. Letzeres ist Umgangssprache.

Oft ist aber das Wörtchen ›selbst‹ überflüssig.

Beispiel: Er sollte nicht nur an sich selbst denken.

Besser: Er sollte nicht nur an sich denken.

Ähnliches gilt für das Wort ›direkt‹.

Beispiel: Sie sah ihm direkt in die Augen.

Besser: Sie sah ihm in die Augen.

10. hin und her

Viele Menschen tun sich mit der richtigen Anwendung von hin(…) und her(…) schwer.

Grundsätzlich gilt:

Wenn etwas auf den Erzähler zukommt, nimmst du ›her‹.

Er zog das Glas zu sich herüber.

Eine Frau kam die Treppe herunter.

Entfernt sich etwas von dem Erzähler (ausgehend von seiner Augenhöhe), nutzt du ›hin‹.

Er stieg die Leiter hinauf.

Er würgte es hinunter.

11. Sprecherverben

Als ich mit dem Schreiben anfing, habe ich diesen Fehler selbst häufig begangen – nämlich falsche Sprecherverben zu nutzen.

Wörtliche Rede lässt sich nicht ›kichern‹, ›grinsen‹, ›lächeln‹ usw.

Wenn du Zusätze zur wörtlichen Rede nutzt, dann achte darauf, dass es echte Sprecherverben wie ›sagte‹, ›fragte‹, ›antwortete‹, ›erwiderte‹ etc. sind.

Grundsätzlich prüfe aber, ob du überhaupt Zusätze benötigst. Im Allgemeinen sollte auch ohne Zusatz erkennbar sein, welche Figur gerade spricht.

12. Dativ oder Genitiv?

Ein weiteres Problem ergibt sich bei Präpositionen. Aus dem in der Schriftsprache geforderten Genitiv wird im Gesprochenen oftmals der Dativ.

angesichts
mit Genitiv
Beispiel: angesichts des Grauens
anhand

oder

anhand von

mit Genitiv
Beispiel: anhand der Indizien

mit Dativ
Beispiel: anhand von Zeugenaussagen

anstatt
mit Genitiv
Beispiel: anstatt eines Blumenstraußes
aufgrund

oder

aufgrund von

mit Genitiv
Beispiel: aufgrund schlechten Wetters

mit Dativ
Beispiel: aufgrund von Vermutungen

dank
mit Genitiv
Beispiel: dank der Wettervorhersage
entgegenmit Dativ
Beispiel: entgegen ihrem Willen
entsprechendmit Dativ
Beispiel: entsprechend ihrer Aussage
gemäßmit Dativ
Beispiel: seinem Alter gemäß
infolgemit Genitiv
Beispiel: infolge des Zusammenbruchs
jenseitsmit Genititv
Beispiel: jenseits des Ozeans
mithilfemit Genitiv
Beispiel: mithilfe eines Anwalts
nahemit Dativ
Beispiel: nahe dem Dorf
seitensmit Genitiv
Beispiel: seitens seines Arztes
währendmit Genitiv
Beispiel: während des Spiels
wegenmit Genitiv
Beispiel: wegen der Hitze
zwecksmit Genitiv
Beispiel: zwecks höherer Einnahmen

13. Pleonasmen

Von Pleonasmen (von griech. pleonasmós = »Überfluss«) spricht man, wenn innerhalb eines Ausdrucks mehrfach sinngleiche Wörter auftreten, die dem Leser keine zusätzliche Information bieten.

Beispiele:

schwarzer Rappe

kleines Kätzchen

Gratisgeschenk

winziger Zwerg

Baumallee

Einzelindividuum

zwei Zwillinge

Glasvitrine

Mitbeteiligung

runde Kugel

tote Leiche

zusammenaddieren

weibliche Kandidatin

usw.

Die Liste ist lang.

Pleonasmen gelten als Stilfehler, wenn du sie ohne erkennbaren Grund einsetzt.

14. Auslassungspunkte

Endet ein Wort mittendrin, wird zwischen dem letzten Buchstaben und den Auslassungspunkten kein Leerzeichen gesetzt.

Was zur Höl…

Ist hingegen das letzte Wort vor den Auslassungspunkten vollständig, gehört grundsätzlich ein Leerzeichen dazwischen.

Ach hätte ich doch nur …

Am Satzende entfällt nach Auslassungspunkten der Schlusspunkt, jedoch nicht Frage- und Ausrufezeichen.

Wie kann er denn …?

Verd…!

15. Anführungszeichen

Achte auf eine einheitliche Verwendung von Anführungszeichen in deinem Manuskript.

Statt der geraden Anführungszeichen am Anfang der wörtlichen Rede unten und am Ende oben (beides oben wird nur in englischsprachigen Texten genutzt) kannst du auch

Chevrons (»…« und ›…‹) oder

die französichen Guillemets («…» und ‹…›)

verwenden.

Die Zeichen erhältst du auch mit den folgenden Windows-Tastenkürzeln:

„ ALT + 0132
» ALT + 0187
“ ALT + 0147« ALT + 0171
‚ ALT + 0130› ALT + 0155
‘ ALT + 0145‹ ALT + 0139

Verwechsle einzelne Anführungszeichen nicht mit der Akzente-Taste (´) und (`) rechts neben dem ß auf einer deutschen Tastatur!

Jetzt bist du dran …