Entdecke die fantastische Welt Shaendâra (Teil 2)

 

Hallo! Heute stelle ich euch das erste Land in meiner Fantasy-Welt Shaendâra vor, das Königreich Drâea. Dabei fange ich mal mit ein paar geschichtlichen Fakten an.

 

Die Zeit der Clans

Während des Ersten Zeitalters, lange bevor es ein Königreich gab, gehörten die Menschen, die die Westküste Shaendâras bevölkerten, verschiedenen Stämmen an. Der größte unter ihnen war der Clan der Wölfe. Weiter nördlich, in der Nähe zum Eisigen Kliff in den Frostbergen, lebten die Adler, der zweitgrößte Stamm. Die übrigen nannten sich Hirsche, Luchse und Bären.

Jeder Clan besaß sein festes Territorium, dessen Grenzen durch Wehrtürme markiert waren. Dennoch stritten die Häupter oft um Land und Gut und führten Raubzüge gegeneinander. Ja mancher Mord geschah sogar, selbst an Frauen und Kindern, um die eigene Macht auszudehnen.

 

Das Bündnis des Drachen

Im Jahr 1.723 des Zweiten Zeitalters lebte ein Mann namens Dragas. Er unterbreitete den Clans ein Angebot, das sich auf gemeinsame Stärke, Schutz und Wohlstand berief, und vier der fünf Clans vereinten sich unter seinem Banner. Wolf, Hirsch, Luchs und Bär krönten Dragas zum ersten König ihres neuen Reiches, dessen Wappen einen langschwänzigen Drache zeigte.

 

Die Erben der Adler

Einzig Tuulog, der Stammesfürst der Adler, verschmähte Dragas‘ Angebot, denn er wollte seine Unabhängigkeit nicht aufgeben. König Dragas überließ ihnen das Gebiet südlich der Frostberge, auch als Wildernis bekannt, mit seinen dunklen Wäldern und kargen Hügeln, in dem die Adler bereits zuvor gelebt hatten. Doch verlangte er, dass Tuulogs Horde im Gegenzug keine Verbrechen gegen das Königreich übten. Ansonsten würde er sie mit aller Kraft aus ihrer alten Heimat vertreiben.

Viele vom Clan der Adler blieben fortan in der Wildernis und trieben sogar friedlichen Handel mit den Bewohnern der neuen Städte im Herzen Drâeas, der beiden Seiten zugute kam.

Tuulog selbst und einige andere zogen hingegen nordwärts und teils über die Frostberge hinaus bis in die Eislande. Ihre Nachfahren hielten sich keineswegs an das friedliche Abkommen, stattdessen begannen sie schon kurze Zeit später erneut, Dörfer zu überfallen. Sie wurden bald nur noch als Wilderlinge bezeichnet, unzivilisiert, raubeinig und mehr Tier als Mensch. Etliche Jahre später mischte sich ihr Blut mit den Nachkommen Dhryns, der wiederum aus dem Blute Dh’Enaells, des zweiten Sohnes von Dragas, stammte.

 

Die Stammlinie der Könige

Die frühen Grenzen des Königreiches reichten von den Frostbergen im Norden, entlang des Eisengebirges im Osten und bis zum Weißen Gipfel, dem höchsten aller Berge in der Mitte Shaendâras, von dort wieder nach Südwesten bis ans große Meer. Im Süden und Osten erbaute Dragas zwei Schutzfesten nahe den Grenzen und in der Mitte seines Reiches gründete er Ba’lar’Richath, die Stadt des Königs. Von dort aus führte er die Geschäfte seines Reiches und nach ihm folgte sein ältester Sohn Draléif. Sein zweitältester Sohn und dessen Erben siedelten unmittelbar an der Westküste und herrschen seitdem als Fürsten von Kastal Roc.
Südlich davon im Meer liegen die Innis Or, die Goldenen Inseln, die ebenfalls dem Königreich angehören. An der Ostseite des nördlichsten Eilands liegt die einzig existierende Stadt Galeija.

Mehrere Generationen folgten, bis Aeghal den draejanischen Thron bestieg. Unter seiner Regentschaft breitete sich die Zweite Verdunkelung über Shaendâra aus, geführt vom Schatten Zorlêw.

Nach Jahren des Krieges und hohen Verlusten gelang den Draejanern gemeinsam mit ihren Verbündeten, sowohl unter den Menschen als auch fremdartigen Völkern, im Jahre 2.499 LD der Sieg über den Schatten. Das Dritte Zeitalter brach an und das Königreich Drâea weitete sich durch die bestehenden Bündnisse mit seinen Nachbarreichen Likhana im Süden und Uskûndor im Osten weiter aus.

Zu Ehren seiner Gemahlin Kyenndra und als Symbol des Sieges ließ König Aeghal im Jahr 2.501 LT die östliche Schutzfeste am Fuße der Eisenberge in Kendorras, die Stadt des Friedens, umbenennen. Fortan regierte er von dort aus sein Reich und es herrschten friedvolle Jahre.
Kyenndra gebar Aeghal drei Söhne und zwei Töchter und nach Aeghals Tod folgte der Erstgeborene Domhnall seinem Vater auf den Thron und dessen Sohn Domhléif danach. Domhléifs Gemahlin wiederum brachte kurz darauf einen Jungen zur Welt, der den Namen Balchor trug. Zum Leid seiner Eltern verunglückte Balchor jedoch im Alter von dreizehn Jahren tödlich und der König blieb lange ohne Erben zurück. Erst acht Jahre später wurde er zum zweiten Mal Vater, dieses Mal von einer Tochter. Der König war bereits alt und rechnete nicht damit, noch einen Sohn zu zeugen. Weil aber die Thronfolge den männlichen Abkommen seiner Linie vorbehalten war, ahnte Domhléif, dass nach seinem Tod sein Bruder Ândrahel die Krone erben würde. So geschah es im Jahr 2.597 des Dritten Zeitalters.

Schon bald nach Ândrahlels Krönung erhob sich erneut ein Schatten über Shaendâra, dessen finstere Horden die Grenzen bedrohten. Einige Zeit später griffen die Rak’Zhâr auch die Stadt Kendorras an und machten sie dem Erdboden gleich. Lorcas, der Bruder des Königs, fiel in jenem Kampf. Doch König Ândrahel erlebte diesen schwarzen Tag nicht mehr, denn er war gemeinsam mit seinem jüngeren Sohn Arrâs bereits zuvor auf Reisen durch die Ostlande von den Rak’Zhâr überfallen und ermordet worden. Auch die Königin erlebte das Gemetzel nicht, sie starb zwei Monate vor dem Angriff an gebrochenem Herzen über den Verlust ihrer Lieben.

Alle Hoffnung ruhte jetzt auf Prinz Aedhan, dem einzigen noch lebenden Erben aus Aeghals Linie. Aber auch hier gab es ein Problem. Denn der Prinz war von einer Schlacht an der Südgrenze des Reiches nicht zurückgekehrt und man munkelte, die Rak’Zhâr hätten ihn verschleppt, was einem Todesurteil gleichkam. Seit jenem Tag ist sein Schicksal ungewiss und der Thron Drâeas bleibt leer.

Es ist der Statthalter von Dh’Aschjar, der durch Heirat mit der Königsfamilie verbunden, über das Land regiert, ohne selbst die Krone zu tragen, bis der rechtmäßige König – so hoffen die Draejaner – wiederkehrt.

 

Das heutige Territorium

Shaendâra - Das Königreich Drâea

Das Königreich Drâea umfasst in den heutigen Tagen des Dritten Zeitalters weniger Gebiet als zu seinen Anfängen. Im Norden reicht es noch immer bis an die Dol Fuhar, die Frostberge. Im Süden bilden die Hügelkuppen um die Dîn Randás, die südliche Schutzfeste, herum eine natürliche Grenze zum friedvoll verbündeten Fürstentum Likhana.

Im Osten hat das Reich am meisten Land eingebüßt. Der Weiße Gipfel ragt längst weit außerhalb Drâeas, inmitten der satten Täler Uskûndors aus dem Boden. Die Grenze verläuft im nördlichen Areal noch immer entlang der Eisenberge (Dol Yarrán), knickt dann aber nach Südwesten hin ab. Die Ruinen von Kendorras bleiben Feindesgebiet, einige Meilen westwärts behält die Flusswacht die Grenze im Auge, die sich weiter Richtung Süden mittig durch die Wälder zieht, wo sie von der Dîn Foras, der Waldwacht, vor den streunenden Unholden des unwirtlichen Enwaerûns geschützt wird.

Die Stadt Dh’Aschjar, am Fuß des westlichen Massivs der Eisenberge gelegen, ist in heutigen Tagen die größte Stadt und wichtigster Handelspartner der Likhyner, seit die Handelswege nach Osten zu gefährlich geworden sind. Zudem von Bedeutung sind die Stadt Galeija und das Dorf Kastal Roc an der Westküste. Darüber hinaus existieren einige kleinere Dörfer.

 

Der Alte Wald

Der Alte Wald liegt inmitten des draejanischen Territoriums, trotzdem bildet er ein eigenständiges Reich. Er ist eine der Heimaten der Ellyllîm, des Elfenvolkes, angeführt vom Hochfürsten Llewellyn.

Die Draejaner wissen Großteils um die Existenz dieses Reiches und meiden es, den Alten Wald zu betreten, obwohl die Ellyllîm ihnen aus dem zu Aeghals Zeiten bestehenden Bündnis heraus wohlgesonnen gegenüberstehen. Allerdings hält der Hochfürst die Verbindung zur Scolai, der Magierschule in Dh’Aschjar, aufrecht.

 

Das Leben in Drâea

Die Draejaner teilen sich in drei Hauptgruppen: Soldaten, Händler und Kaufleute sowie das einfache Volk. Darüber hinaus gibt es – wie auch unter den anderen Völkern – einige, in denen die alten Mysterien erwachen und den Pfad der Magie an der Scolai einschlagen.

Der Handel wird inzwischen fast ausschließlich mit dem Fürstentum Likhana betrieben, insbesondere der dortigen Hauptstadt Tánahar. Im Osten ist er hingegen nahezu verebbt, da die Straßen durch den Vormarsch der Rak’Zhâr nicht länger sicher sind. Das wichtigste Handelszentrum in Falias wurde zerstört und wegen der Rak’Zhâr, die sich an der Ostseite der Eisenberge eingenistet haben, wagt kaum jemand die Reise nach Osten.

Die Hoffnung lebt!Da der Krieg seit langer Zeit die Grenzen des Königreiches bedroht, sind Soldaten und andere, die sich auf den Umgang mit Waffen verstehen, hochgefragt. Der Drache Drâeas auf der Rüstung wird mit Stolz getragen und kein Draejaner mag die Hoffnung an einen letztlichen Sieg gegen die Schattenhorden aufgeben. Ebenso halten sie an dem Glauben fest, dass ihr König eines Tages zurückkehren und das Reich zu seiner einstigen Blüte zurückführen wird. Dies versinnbildlicht auch der Obelisk auf dem Marktplatz in Dh’Aschjar, an dessen Spitze ein schimmerndes Oval die Kraft des Seelenlichtes symbolisiert, und die dazu eingravierten Worte: »Dúil mair« – Die Hoffnung lebt!

Doch es hat bereits einen Angriff auf die Stadt Dh’Aschjar gegeben und obwohl er abgewehrt werden konnte, weiß niemand, was beim nächsten Überfall geschehen wird. Die Zukunft der Draejaner ist ungewiss …

 

So – jetzt habt ihr schon einiges über das Königreich Drâea erfahren. Im dritten Teil am Freitag erzähle ich euch dann ein bisschen mehr über die Mestari und die magischen Zusammenhänge in Shaendâra. Also vormerken!