Entdecke die fantastische Welt Shaendâra (Teil 6) - Das Steinerne Volk
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Entdecke die fantastische Welt Shaendâra (Teil 6)

Heute geht es um die Ghorrocs, Steinlinge oder auch das Steinerne Volk.

Tief unter dem Stein liegt ihre Heimat, denn aus hartem Stein hat der Shana Ghorza sie in den Anfängen der Zeit geformt und ihnen Leben eingehaucht. Ihr Volk ist eng mit den Tallocs verwandt, die in den Labyrinthhöhlen unterhalb der Weinenden Hügel Likhanas lebt. Doch bei allen Ähnlichkeiten gibt es auch Unterschiede in ihrer Wesensart. Denn das Gestein scheint nicht nur die Außengrenzen der Ghorrocs abzuschirmen. Auch, was ihre eigenen Belange betrifft, zeigen sie sich hart und lassen sich ungern von anderen hereinreden.

Die Steinlinge sind von niedriger aber stämmiger Statur, ihre Gesichter wirken grimmig und rau wie der Fels, aus dem sie gemacht sind. Sie haben krause Bärte und langes Haupthaar, das sie oftmals mit glänzenden Metallperlen zieren.

 

Die gesellschaftliche Ordnung

Zuoberst herrscht das Thrôn-Blut, ein Rat der Ältesten, mit dem König an der Spitze. Darunter gliedert sich das Steinerne Volk in unterschiedliche Kasten. Diese sind:

Dur Vrongar: die Kriegerschar, angeführt von Hulric Hrodulfshold, der zugleich Erster Krieger der Throngarde ist

Dur Volgrist: die Sudbrauer; ihr Oberster ist Alwyd Andulfshold

Dur Kurstrim: die Sektion der Heilskundler, geführt von Nafandi Nojalshold

Dur Girstrim: die Erzgilde, die in den Tiefen des Gebirges nach Gold und Edelsteinen schürft. Sie wird von Fimbor Furishold geleitet.

Dur Skaldrim: der Meisterblock der Rüstschmiede mit Ulfrim Ulfrastshold als Erstem Schmied

Dur Dragast: der Bund der Steinschleifer, Erster Erbauer ist Alfsvald Alfurshold

 

Verwirrende Bräuche

Der Name der Steinlinge setzt sich im Alltag aus dem eigenen Vornamen und einem Zusatz im Sinne von „Sohn des …“ zusammen. So heißt der König-unter-dem-Fels Thrôndasch Thrôndurshold, denn Thrôndur hieß sein Vater. Bei offiziellen Angelegenheiten werden sowohl Vater- als auch Muttername genannt, was dann Thrôndasch Thrôndurgrundilshold lauten würde, denn Grundil war Thrôndaschs Mutter.

Noch komplizierter wird es, wenn der besagte Steinling dem Thrôn-Blut angehört. Denn den Angehörigen der Königsfamilie gebührt es, stets bei vollem Vater- und Mutternamen genannt zu werden. Eine Ausnahme gilt jedoch für entfernte Verwandte, bei denen diese Ehrbekundung wiederum nicht nötig erscheint.

Bei besonderen Feierlichkeiten wird zudem noch der jeweilige Ehrenname, der zum Beispiel durch ruhmreiches Kampfgeschick erlangt wurde, hinzugefügt. Die wohl langwierigste Ausführung stellt das Rakardrathnîn dar, eine Ruhmbezeugung auf die Toten, die bei jedem Fest zwingend stattfindet und nicht selten die Geduld fremder Kulturen auf die Probe stellt. Doch wer es wagt, die Rituale der Ghorrocs zu stören, zieht damit den Zorn des Königs und des gesamten Steinernen Volkes auf sich. Und dieser ist ebenso beständig wie das Gestein, das sie umgibt.

Es mag für Außenstehende nicht so klingen, aber tatsächlich gebrauchen die Steinlinge – wenn auch unwillig – ihnen gegenüber meist kürzere und einfachere Sprechversionen zur Verständigung. Nichtsdestotrotz bleibt ihre Sprache ein Mischmasch aus harten, abgehackten Lauten und Zungenknoten.

 

Die drei steinernen Reiche

Die Hallen der Erbauer

Ghorzad’dûm in den Eisenbergen ist die imposanteste Heimstätte der Ghorrocs. Seit einhundertzwanzig Jahren regiert dort Thrôndasch Thrôndurshold als König-unter-dem-Fels. Thrôndaschs Tor, zehn Fuß hoch und sieben Fuß breit ragt als Rundbogen inmitten eines Talkessels empor, glatt wie geschliffenes Glas und schimmernd in Silber und Rot, und bildet den einzigen Zugang zu den Hallen aus Stein.

Thrak Tortha An Dûm Khar Mora. Nall Vanimbor. Kheldasch Gandur. Fêreun Ar Thr. Dies ist das Tor zu den Hallen der großen Erbauer. Die Meister schmiedeten es. Die Krieger wachen darüber. Im Blut eint sich der Treuen Wahrheit.

Hinter dem Tor flankieren steile Bergwände die Brücke der Wächter durch eine langgedehnte Schlucht. Der Zugang zu den Tunneln wird von der Kriegerschar verteidigt.

Das Steinerne Reich ist ein Geflecht aus breiteren Wehrstraßen und schmaleren Werksstraßen, die nach den verschiedenen Gilden und Zünften benannt sind. Die breitesten und höchsten Tunnel werden Erzringe genannt und bilden ein meilenweit in den Berg gegrabenes Netz, dessen einzelne Glieder sich auf insgesamt sechs Sohlen überlappen oder unterführen. Die Erzringe dienen mit ihren mächtigen Schienensträngen als Haupttransportwege. An ihren Knotenpunkten liegen die Großen Hallen der Erbauer.

 

Die Eisigen Höhlen

Vor Hunderten von Jahren gingen einige Steinlinge Bindungen mit den Menschen der Wildernis ein und leben nun in den frostigen Kämmen nach ihren eigenen Gesetzen. Fremd sind sie den Menschen und fremd den Sitten ihrer eigenen Stammväter, rau wie die Nordwinde in den kalten Winternächten. Einige Felsbärte leben in den Eisigen Hallen Is‘kândrins, mit Frôthrak als ihrem König, dem König-unter-dem-Eis.

 

Die Heimat, die keine mehr ist

Einst verließ ein Ältester der Dur Girstrim mit sieben Gefährten die Hallen Ghorzad’dûms, um Kenntnisse in den Weiten der Welt zu ergründen. Unter den Sichelzipfeln in den östlichen Frostbergen schufen sie die Glitzernden Pforten von Azkar’dûn. Adalbor Albrandshold war der letzte König-unter-der-Sichel. Er starb vor über achtzig Jahren und seitdem liegen seine Hallen verlassen.

 

Der Tanz unter dem Berg

Das Steinerne Volk gehört durch Thrôndurs Schwur zum Bund der Treuen, den die Freien Völker Shaendâras besiegelten, um den grausigen Schatten des Zweiten Zeitalters gemeinsam zu bezwingen.

Aus diesem Grund führt der Erzmagier Albwin die Gemeinschaft nach Ghorzad’dûm, um Hilfe und eine Erneuerung des Eides von König Thrôndasch zu erbitten. Nicht zuletzt, da die Steinlinge über eines der magischen Artefakte wachen – den Zitterdolch.

Doch ihr Besuch lässt das Reich erschüttern …