Entdecke die fantastische Welt Shaendâra (Teil 4)

 

Heute habe ich meinen Protagonisten Elyjas zum Interview eingeladen, der euch ein bisschen zu seinen bisherigen Abenteuern in Shaendâra berichtet.

 

M: Hallo, Elyjas. Schön, dass du da bist! Stell dich doch bitte erst mal vor!

E: Hi. Ich bin Elyjas Dobbins, fünfzehn Jahre alt und eigentlich ein normaler Junge, wäre ich nicht auch noch Kronprinz von Drâea, ein Sohn des Wassers und Auserwählter von Shaendâra.

M: Wow! Das sind ja ziemlich große Titel. Klingt, als hättest du richtig viel zu tun. Du bist also ein Prinz und auserwählt. Was genau bedeutet das?

E: Naja, in Shaendâra herrscht seit Jahren Krieg und laut einer Prophezeiung soll ich derjenige sein, der ihn beendet. Hat mich auch umgehauen, als ich es erfahren hab.

M: Das ist eine große Aufgabe, die sicher viel Mut und Kraft kostet.

E: Ich weiß echt nicht, wie ich das anstellen soll. Ich hab nie damit gerechnet, mich mal so etwas stellen zu müssen, obwohl ich solche Abenteuer in Büchern total gerne lese. (lächelt) Trotzdem ist es cool, in Shaendâra zu sein.

M: Wie genau bist du denn dorthin gelangt?

Rune AnsuzE: Kurz nach meinem vierzehnten Geburtstag habe ich diese Kette mit einem Runenstein unter meinem Schrank gefunden (zieht den Anhänger unter seinem Hemd hervor und zeigt ihn mir), dann hab ich so ein seltsames Funkeln im See hinter unserem Haus, in dem ich mit meiner Mutter wohnte, bemerkt und bin ans Ufer gelaufen. Der Stein hat mich ins Wasser gezogen, immer tiefer, und ich verlor das Bewusstsein. Als ich wieder aufwachte, lag ich wieder am Ufer, allerdings an einem anderen See in einer anderen Welt!

M: Das passt ja. Du meintest doch vorhin, du seist ein Sohn des Wassers.

E: Ja, der Wassergeist ist mein Elementar. Jedem Lebewesen wohnt ein Element am stärksten inne.

M: Wie macht sich das bemerkbar?

E: Ich stehe erst am Anfang der magischen Ausbildung, aber ich kann Wasser am leichtesten beeinflussen.

M: Hast du das denn schon mal gemacht?

E: Es ist mal unbewusst passiert – zum Glück. Denn es hat mir das Leben gerettet.

M: Puh! Was hast du als Erstes in Shaendâra gemacht? Bist du in Panik geraten?

E: Ich wusste ja gar nicht, wo ich war und hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. An dem Tag war es eiskalt und es fing an, ziemlich stark zu regnen. Weit und breit kein Mensch oder Haus zu sehen. Also bin ich einfach losgelaufen, um mir ’nen Unterschlupf zu suchen. Ich kroch in eine Höhle und dort traf ich Grrruuuuargh (lächelt wehmütig). Er war der erste, dem ich in Shaendâra begegnet bin, der Häuptling der Tallocs. Sie heißen auch Zottlinge, weil sie total pelzig sind.

M: Ihr wurdet Freunde?

E: Ja. Grrruuuargh brachte mich in die Stadt Dh’Aschjar und da begann mein eigentliches Abenteuer, als Archanus Albwin mir offenbarte, dass mein Vater – den ich leider nie kennengelernt habe – der verschollene König sei und ich ein draejanischer Prinz und dazu bestimmt, den Krieg zu beenden.

M: Heftige Neuigkeiten. Und wer ist Archanus Albwin?

E: Der höchste Erzmagier in Shaendâra. Mann! Das scheint schon so lange her und seitdem ist so viel passiert.

M: Erzähl uns gerne davon.

E: (nickt) Zuerst sind wir – also Albwin, zwei Freunde, unsere Wölfe und ich …

M: Moment mal! Wölfe?

E: Ja (grinst). In Dh’Aschjar ist es für einen jungen Krieger üblich, sich einen Wolfsgefährten zu wählen. Meiner ist Farnaell.

M: Toll! Ich mag Wölfe sehr.

E: Also – wir sind zu den Ellyllîm, das sind Elfen, im Alten Wald gereist, dann weiter zu den Tallocs und in die Stadt Tánahar. Anschließend nach Osten und durch echt gruselige Sümpfe (schüttelt sich) bis zum Klippenfels, auf dem die Drachen leben. Ja, wirklich! Wir sind sogar auf ihnen geritten. Das muss ich aber kein zweites Mal machen!

M: Auf einem Drachen reiten. Das stelle ich mir zwar toll vor, aber sicher hätte ich auch Angst gehabt.

E: Angst, runterzufallen, ja! Vor allem ist mir dabei echt schlecht geworden. Andrûs war der Einzige, der es genossen hat.

M: Andrûs ist einer deiner Freunde, richtig?

E: Mein bester Freund (lacht bitter), jedenfalls war er das. Wir haben uns in Dh’Aschjar kennengelernt und er hat mich immer ermutigt, wenn ich nicht weiter wusste. Ich konnte mich stets auf ihn verlassen. Aber in letzter Zeit verhält er sich nicht wie ein Freund.

Die Welt Shaendâra

Seit wir in Tâlameth waren, stimmt irgendetwas nicht mit ihm, alle merken das. Auch Albwin macht sich Sorgen um ihn.

M: Hast du Andrûs gefragt, was los ist?

E: Er weicht mir immer aus und jetzt ist er einfach verschwunden. Ohne ein Wort, obwohl er versprochen hat, dass wir das alles zusammen durchstehen. Es ist alles E’avens Schuld.

M: Und wer ist E’aven?

E: Eine der Quellschwestern aus Beth’nal’Mar, die uns begleitet. Andrûs ist in sie verknallt, deshalb scheint er alles zu glauben, was sie sagt. Und jetzt trägt ausgerechnet sie zwei der Artefakte mit sich rum!

M: Stopp! Das geht mir zu schnell. Welche Artefakte denn nun wieder?

Schneediamant - eines der ArtefakteE: Magische Gegenstände, die wir brauchen, um die Seelenflamme zu schützen. Das ist das Licht, das über alles Leben in Shaendâra wacht. Aber es ist geschwächt. Ohne die Artefakte können wir nicht gegen die Schatten bestehen. Wir haben sie quer durch Shaendâra aufgespürt und ich dachte, wir hätten alle gefunden. Aber eins fehlt noch und keiner weiß, wo es versteckt ist.

M: Dir scheint nicht wohl bei dem Gedanken, dass E’aven die übrigen Artefakte bewahrt.

E: Anfangs hatte ich nichts gegen sie. Sie war eine unserer Gefährtinnen, so wie sich noch andere uns angeschlossen haben, z. B. der Häuptling der Zodh’rra und Arik und Yorrik von den Steinlingen. Aber inzwischen traue ich ihr nicht mehr. Sie streitet die ganze Zeit über mit Albwin.

M: Wie beurteilen die anderen Mitglieder eurer Gemeinschaft diesen Zwist?

E: Ich weiß nicht (schüttelt betrübt den Kopf). Im Moment kommt es mir nicht vor, als wären wir eine Gemeinschaft. Wir sind aufgebrochen, um den Krieg zu beenden, haben gemeinsam gekämpft und … Verluste erlitten und jetzt scheint dieses Bündnis zu zerfallen, bevor wir es richtig geschmiedet haben.

M: Das hört sich gar nicht gut an!

E: Nein. Trotzdem werde ich nicht aufgeben! Ich will wissen, was mit meinem Vater passiert ist und wenn ich kann, werde ich das Licht nach Shaendâra zurückbringen. Auch wenn ich als Prinz nicht viel Erfahrung habe, trage ich dadurch immerhin die Verantwortung für ein Königreich und die Menschen darin. Also werde ich alles versuchen, um Frieden herzustellen.

M: Du klingst sehr entschlossen und mutig! Was willst du als Nächstes tun?

E: Mittlerweile sind wir ziemlich nah am Schattenreich und jeden Tag droht ein neuer Angriff der Rak’Zhâr. Beim letzten Mal hatten wir Glück. Ich schätze, wir werden die Stadt Dol Shâlla’d’Ain bald verlassen und durch die Ödnis nach Süden ziehen, aber nicht alle von uns. Einige sind noch zu schwer verletzt von den Kämpfen mit den Rak’Zhâr. Archanus Albwin offenbart mir nicht alles, darum weiß ich nicht genau, wie es weitergeht.

M: Das wäre für dich als den Auserwählten aber doch sehr wichtig, oder?

E: (empört) Ja! Das meine ich eben auch! Es ärgert mich total, dass er alles für sich behält. Wahrscheinlich, weil er mich schützen will. Dabei habe ich längst bewiesen, dass ich kein kleines Kind mehr bin. Nach der Versammlung werde ich noch einmal mit ihm reden.

M: Eine Versammlung?

E: Morgen werden die Abgesandten der Tallocs und des Königs-unter-dem-Berg in Dol Shalla’d’Ain erwartet. Dann sollen wir alle im Großen Burgsaal zusammenkommen, um die nächsten Schritte zu beratschlagen.

M: Offenbar liegt noch ein weiter und schwerer Weg vor euch. Ich drücke die Daumen, dass ihr euch einigen könnt.  Und auch, dass du dich wieder mit Andrûs verträgst.

E: Dafür muss ich ihn erst mal finden. Aber … ich hoffe das auch. Obwohl ich gerade wirklich wütend auf ihn bin, vermisse ich ihn.

M: Ich danke dir, dass du dir trotz all der Schwierigkeiten die Zeit genommen hast, uns hier ein bisschen zu erzählen.

E: Die kleine Auszeit tat mir ganz gut.

M: Ich wünsche dir viel Kraft für deinen Kampf und ich werde versuchen, dich darin zu unterstützen, so gut ich kann ;-).

E: Danke. Ich kann jede Hilfe gebrauchen. Also bis dann.

M: Ja, pass auf dich auf.

 

Elyjas‘ Abenteuer ist natürlich viel gewaltiger, aber das würde diesen Rahmen wohl sprengen. Ich hoffe, ihr habt trotzdem einen kleinen Einblick erhalten. Selbstverständlich werde ich in einem späteren Beitrag auch Andrûs zu Wort kommen lassen, damit er uns seine Sichtweise schildert.

Also schaut wieder rein!

 

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