Glaubenssätze und Denkmuster auflösen

Inhaltsverzeichnis

Jeder Mensch ist voll von Gedanken, Überzeugungen, Ansichten und Glaubenssätzen, die er mit sich trägt. Doch woher stammt all das eigentlich? Wie entwickeln sich unsere Denkmuster und warum fällt es uns oft so schwer, sie zu verändern?

In diesem Artikel wollen wir uns unsere Glaubenssätze einmal genauer anschauen.


Bei Geburt ein leeres Gefäß

Wenn wir geboren werden, kommen wir als nahezu leeres Gefäß zur Welt. Doch da sind andere Menschen in unserem Umfeld – unsere Eltern, Großeltern und andere Bezugspersonen –, die uns liebhaben, uns beschützen und etwas beibringen wollen.

Diese Menschen »füttern« nun unser Gefäß mit IHREN jeweiligen Erfahrungen, Werten, Überzeugungen, Gedanken und Glaubenssätzen.

Und wir, weil wir auf nichts anderes zurückgreifen können, saugen all diese Meinungen, Erfahrungen und Ansichten unbewusst und ungefiltert wie ein Schwamm in uns auf, ohne sie zu hinterfragen. Unser so genannter innerer Bodyguard entwickelt sich nämlich erst ab etwa unserem dritten Lebensjahr.

Das Ergebnis: Wir entwickeln bestimmte PrägungenGlaubenssätze und Verhaltensmuster.

Glaubenssätze fließen von außen in unser Lebensgefäß

Dann kommen wir in den Kindergarten und in die Schule, wir haben Freunde und später Arbeitskollegen, wodurch immer mehr Gedanken und Überzeugungen von außen in unser Gefäß hineinfließen und es weiter füllen.

Irgendwann ist unser Lebensgefäß randvoll!

Glaubenssätze – Und plötzlich ganz anders?

Eines Tages kommt uns eine Idee und wir wollen etwas Neues ausprobieren. Das lässt sich auf jeden von uns übertragen. So haben wir Schreiberlinge vielleicht den Wunsch, ganz vom Schreiben leben zu können.

Dieses Neue wird dann zunächst mit dem Inhalt unseres Lebensgefäßes abgeglichen. Und dabei stellt sich oftmals heraus: Keine Übereinstimmung!

Wiederum auf uns Schreiberlinge übertragen, meint das zum Beispiel, dass unsere Eltern uns vielleicht gesagt haben, vom Schreiben oder von der Kunst allein könne man einfach nicht leben. Das sei bloß Tagträumerei und wir müssten stattdessen etwas ›Richtiges‹ lernen.

Das Neue erscheint uns also unbekannt und in unserem Gefäß ist dafür kein Platz mehr.

An diesem Punkt erscheint unser Bodyguard auf der Bildfläche, der eine innere Instanz darstellt, die uns vor Risiken und Gefahren bewahren und unser Überleben sichern will. Wir bekommen Selbstzweifel und reden uns ein, dass wir unser Ziel tatsächlich nicht erreichen können.

Das Problem dabei ist, dass ÜBERleben nicht viel mit einem absolut wundervollen, erfüllten und glücklichen Leben zu tun hat. Das Eine ist das Minimum, das andere das Maximum.

Der Talk mit unserem inneren Bodyguard

Für unseren Bodyguard bedeutet alles Unbekannte zuerst einmal: Gefahr!

Der Bodyguard schaltet also in den Alarmzustand und leitet Widerstand ein. Denn er möchte mit aller Kraft verhindern, dass wir die Schwelle ins Unbekannte übertreten. Vielleicht lauern dort draußen (Todes-)Gefahren und er will ja unser Überleben sichern.

Da ist es doch besser, wenn wir bleiben, wo uns alles vertraut ist …

Die Komfortzone und die Angst

Unsere Komfortzone ist der Bereich, in dem wir alles bereits kennen. Hier fühlen wir uns gut aufgehoben und sicher und pflegen unsere Gewohnheiten.

Die Komfortzone - unsere Gewohnheiten

Das Neue liegt außerhalb unserer Komfortzone und je näher wir an deren Rand treten, desto mulmiger fühlen wir uns. Denn mit jedem Schritt, der uns dichter an die Schwelle zum Unbekannten führt, wird die Stimme unseres inneren Bodyguards lauter, der ruft …

»Stop! Geh nicht weiter! Dreh wieder um und bleib bei dem, was du kennst!«

Wir bekommen Angst und Zweifel …

  • Ist die Idee wirklich so gut?
  • Sollte ich das nicht doch lieber lassen?
  • Was, wenn es schief geht?

Und plötzlich fallen uns tausende Gründe dafür ein, innerhalb unserer Komfortzone zu bleiben …

  • Ach, eigentlich ist es mir gar nicht so wichtig.
  • Ich hab‘ dafür auch eigentlich gar keine Zeit.
  • Es ist auch recht teuer.
  • Ich schaffe das bestimmt eh nicht.
  • Ich muss zuerst noch …

Unser Bodyguard meint es nur gut, denn er will uns ja beschützen. Doch seine gute Absicht bewahrt uns nicht nur vor ›echten‹ Gefahren, sondern sie verhindert auch, dass wir neue Erfahrungen machen und dadurch wachsen.

»Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten.« — Albert Einstein

Wir müssen durch die Angst hindurch!

Denn, wenn wir den Schritt hinaus wagen, würde das Unbekannte zu etwas Bekanntem und die Grenze unserer Komfortzone würde sich erweitern.

Komfortzone verlassen - durch die Angst hindurch

Wie aber schaffen wir das? Wie können wir uns gegen unseren Bodyguard, den »Schwellenwächter«, durchsetzen?

Die Aussöhnung mit dem Bodyguard

Nun –

Schritt 1 -> Wir dürfen akzeptieren, dass unser Bodyguard überhaupt existiert und auf der Bildfläche erscheint.

Schritt 2 -> Wir dürfen lernen zu verstehen, wie seine Schutzmechanismen ablaufen.

Schritt 3 -> Wir dürfen nicht dienliche Gedanken abstreifen und unserem Bodyguard erklären, dass das Neue und Unbekannte nicht gefährlich für uns ist.

Und genau an diesem Punkt sind wir wieder beim Inhalt unseres Lebensgefäßes …

Gedanken verändern Glaubenssätze auflösenDas Lebensgefäß: Sind unsere Glaubenssätze noch aktuell?

Es wird höchste Zeit, dass wir uns einmal genau anschauen, was da so alles an Gedanken, Meinungen, Verhaltens- und Denkmustern oder Glaubenssätzen in unserem Gefäß herumdümpelt und ob all das tatsächlich für uns stimmig ist. Denn es ist doch so, dass all das, was aktuell in unserem Lebensgefäß schwimmt, uns nur genau zu dem Punkt gebracht hat, an dem wir jetzt im Leben stehen.

Will ich etwas anderes, dann brauche ich neue Glaubenssätze und Gedanken!

Das heißt, wir …

  • hinterfragen kritisch, woher der Gedanke / die Überzeugung stammt, und
  • überprüfen, ob wir sie nur von anderen (von außen) übernommen haben, und
  • werfen über Bord, was nicht zu uns gehört und was wir nicht mehr benötigen.

Auf diese Weise entsteht wieder freier Platz in unserem Gefäß und wir öffnen uns für neue Ansichten, Gedanken und Möglichkeiten.

Die 5 Stufen der Veränderung

Wenn wir in unserem Leben wirklich etwas ändern wollen, dann müssen wir dazu insgesamt fünf Stufen durchlaufen.

Lassen wir nur eine einzige Stufe weg oder überspringen sie, wird die Veränderung höchstwahrscheinlich nicht von Dauer sein und wir fallen stattdessen früher oder später in alte Gewohnheiten und Muster zurück.

Als Basis für alle fünf Stufen gilt aber zuerst, dass wir die volle Verantwortung für uns und unser Leben, so wie es jetzt gerade ist, übernehmen! Das ist sozusagen Schritt Null.

Denn solange wir die Verantwortung an andere abtreten, bleiben wir in der Opferrolle und geben stets anderen Menschen oder den äußeren Umständen die Schuld an dem, was wir erleben.

So ist keine Veränderung möglich!

Glaubenssätze verändern: So funktioniert unser GeistWie unser Geist funktioniert

Tatsächlich erschaffen wir selbst uns unsere Realität. Denn die Informationen oder Reize, die wir über unsere Sinneskanäle (sehen, hören, tasten, riechen und schmecken) aus der Umgebung aufnehmen, sind an sich erst einmal völlig neutral. Erst durch unsere Gedanken und Bewertungen, die WIR dieser Situation oder Information schenken, nehmen wir sie als positiv oder negativ wahr.

Diesen geistigen Zwischenschritt übersehen und vergessen wir jedoch meistens, weil der bewusste Teil unseres Geistes, der das Denken beinhaltet, ihn derart schnell vollzieht, dass wir es nicht bemerken. Deshalb sind wir oft der Meinung, dass eine Situation, eine Nachricht oder die Aussage unseres Gegenübers uns ärgert, frustriert, ängstigt oder traurig macht. Wir stellen einen unmittelbaren Bezug zu den äußeren Umständen her.

Doch unsere Emotionen, die sich als Gefühle ausdrücken, resultieren erst aus der Entladung unserer Gedanken.

Aus diesen Gefühlen heraus treffen wir unsere Entscheidungen und die führen letztlich zu unseren Ergebnissen.

Der Kern des Ganzen ist: Es ist meine Wahl!

Ich kann so oder anders denken und rufe dementsprechend anderes hervor.

Und wenn ich mir selbst meine Realität kreiere, dann kann ich selbst diese Realität auch wieder verändern!

Kommen wir also zurück zu den fünf Stufen. Die ersten drei haben wir bereits angesprochen:

Stufe 1: Bewusstsein

Stufe 2: Verständnis

Stufe 3: Loslassen

Dazu kommen jetzt noch:

Stufe 4: Reprogrammierung

Wir richten unseren Fokus neu aus. Vom Negativen zum Positiven. Von den Hindernissen zu den Möglichkeiten. Raus aus dem Drama und hin zur Chance!

So erzeugen wir neue positive Gedanken, die neue Emotionen erwecken, was zu anderen Entscheidungen führt und damit zu anderen Ergebnissen.

NEUER FOKUS -> NEUE GEDANKEN -> ANDERE EMOTIONEN -> ANDERE ENTSCHEIDUNGEN -> ANDERE ERGEBNISSE!

Stufe 5: TUN

Oft hört man ja »Wissen ist Macht.« Doch Wissen allein genügt nicht. Es ist das angewandte Wissen, auf das es ankommt!

Wenn ich etwas weiß, ändert sich dadurch noch überhaupt nichts. Bewusstsein und Verständnis sind unbedingt notwendig, aber nur der Anfang. Erst mein Handeln bewirkt die Veränderung!

Ich muss also in die Umsetzung kommen und das Wissen auch nutzen.

Wenn wir diese fünf Stufen vollständig durchlaufen, steht unserer Veränderung nichts mehr im Weg. Wir wandeln uns dabei von einem ereignisgesteuerten Menschen zu einem bewusst denkenden Menschen, der sich nicht länger von seinen Gedanken und Gefühlen kontrollieren lässt, sondern diese selbst steuert. Das macht den Unterschied aus, ob wir leben oder gelebt werden.

Veränderung ist für jeden möglich!

Wie sieht es also aktuell mit deinem Lebensgefäß aus? Hast du dir den Inhalt, deine Denk- und Verhaltensmuster einmal genauer angesehen?

Welche Gedanken und Glaubenssätze sind vielleicht längst überholt? Welche stammen gar nicht von dir und du hast sie eigentlich nur unbewusst übernommen, weil Mama, Papa oder jemand anderes sie dir vorgesagt hat?

Eine kleine Übung:

Liste doch einmal all deine (negativen) Glaubenssätze auf, die dir einfallen. Nimm dir Zeit dafür, manches wird dir erst bewusst, wenn du tiefer gräbst. Lies sie dir auch einmal oder mehrmals laut vor und spüre in dich hinein, was sie in dir auslösen. Und dann überlege, ob diese Sätze wirklich wahr sind? Und nimm dir auch hier wieder Zeit. Welche Argumente sprechen dafür oder dagegen?

Dann versuche, die negativen Überzeugungen in positive umzuschreiben. Ein Beispiel:

Negativ: »Ich bin nicht gut / schlau genug«

Positiv umformuliert: »Ich bin gut so wie ich bin und ich lerne jeden Tag dazu und werde mit jedem Tag besser«

Schau auch mal hier: Positive und negative Glaubenssätze erkennen mit NLP

Wenn du magst, schreib mir gerne deine Erkenntnisse und Gedanken!

So löst du Glaubenssätze auf und veränderst deine Denkmuster