Romanwelt Shaendâra (Fantasy): Interview mit dem Protagonisten Andrûs

Heute habe ich den lieben Andrûs aus meiner Romanwelt Shaendâra zum Interview eingeladen.

Andrûs ist einer der beiden Hauptprotagonisten meiner Fantasygeschichte »Flamme der Seelen«. Diese Bücher aus der Reihe sind bereits erschienen:

Wundert euch nicht über Andrûs‘ zugegeben etwas schmuddelige Erscheinung und die abgetragene Kleidung. Ihr wisst vielleicht schon, dass in meiner Romanwelt Shaendâra ein grausamer Krieg herrscht.

Andrûs ist normalerweise recht verschlossen. Darum freue ich mich umso mehr, dass er sich heute etwas Zeit nimmt, um uns ein paar Fragen zu beantworten.

Hier kommen seine Eckdaten:

  • Sein Name: Andrûs
  • Alter: 16 Jahre
  • Heimat: Tâlameth und Drâea
  • Magischer Rang: Printi (Lehrling)
Flamme der Seelen (Fantasy): Romanwelt Shaendâra: Interview mit der Figur Andrûs

Romanwelt Shaendâra: Interview mit Andrûs

M: Hallo Andrûs. Vielen Dank, dass du meiner Einladung gefolgt bist. Du wirkst sehr angespannt, was ich natürlich verstehe. In deinem Leben passiert zurzeit ziemlich viel. Das ist sicher nicht einfach für dich.

Andrûs: Es ist für keinen von uns einfach.

M: Erzähl uns doch bitte, was gerade in deinem Leben los ist. Du kommst ursprünglich aus dem Land Tâlameth, richtig?

Andrûs: Ja, aus Ajjadûr. Da bin ich zumindest aufgewachsen, bis … (atmet schwer aus) meine Mutter getötet wurde.

M: Das tut mir leid. Wie alt warst du, als das geschehen ist?

Andrûs: Ich war knapp vierzehn.

M: Und dein Vater?

Andrûs: Er war Soldat, hat meine Mutter gesagt. Aber ich habe ihn nie kennengelernt. Andere Verwandte habe ich nicht, also habe ich mich seit damals allein durchgeschlagen. Bis nach Dh’Aschjar.

M: Wow! Das ist ein ziemlich weiter Weg. Warum bist du ausgerechnet nach Dh’Aschjar gegangen?

Andrûs (reibt mit dem Daumen über seine Brust): Jemand sagte mir, ich besitze magisches Talent. Und in Dh’Aschjar existiert die größte Magierschule in Shaendâra. Ich … war mir einfach sicher, dass dort mein Ziel liegt und in Tâlameth hielt mich nichts mehr.

M: Hm, ja. Ich denke, es war die richtige Entscheidung. Wie ich gehört habe, besitzt du sogar ein herausragendes magisches Talent.

Andrûs: Ich bin ganz gut.

M: Ich glaube, du bist zu bescheiden, Andrûs. Hat nicht der oberste Magier deiner Welt dich als Lehrling ausgewählt und in seinen Orden aufgenommen?

Andrûs: In die Gilde der Lichtwahrer. Damit hatte ich nie gerechnet, wenn man mal überlegt, wie ich überhaupt in die Magierschule gekommen bin.

M: Wie ging das vor sich? Musstest du eine Prüfung ablegen?

Andrûs: Im Normalfall läuft es so ab. Aber bei mir war es ganz anders. (schmunzelt verlegen) Mich haben die Wachen beim Stehlen erwischt und dann habe ich wohl ziemliches Geschick dabei bewiesen, vor ihnen zu flüchten. Das hat dem Hauptmann imponiert und er hat beschlossen, mich auszubilden. Aber einen Dieb wollten sie in den Unterkünften der Soldaten nicht aufnehmen. Darum hat der Hauptmann mit dem Leiter der Magierschule vereinbart, dass ich dort wohnen darf. Das ich Magie beherrsche, wusste anfangs niemand.

M: Das ist mal ein Werdegang! Und wie genau müssen wir uns dein magisches Talent vorstellen?

Andrûs: Na ja. Wir lernen in der Ausbildung zum Beispiel Abwehrzauber und Magie zur Heilung. Das ist der allgemeine Part. Dann gibt es tiefere Magie, wie die der Elementare. Meist wirkt ein Elementar stärker in uns als die anderen drei. Bei mir ist es Gandawyr. Darum bin ich ein Sohn des Windes. In Elyjas wirkt Diurylsar am stärksten, er ist ein Sohn des Wassers und die Hüter der Seelenflamme sind allesamt Kinder des Feuers.

M: Du sollst mit dem Feuer auch nicht so schlecht sein.

Andrûs (seufzt): Ich weiß nicht. Manchmal scheint die Magie einfach aus mir rauszuströmen, genau dann, wenn ich sie brauche. Aber ich kann mir selbst nicht erklären, was ich da tue.

M: Ja. Als Elyjas vor einer Weile mein Gast war, meinte er, du seist irgendwie anders, seit eurem Aufenthalt in Tâlameth. Ich kann mir vorstellen, dass die Rückkehr dorthin für dich schlimme Erinnerungen geweckt hat.

Andrûs: Das hat es. Aber die Erinnerungen sind nicht der Grund, jedenfalls nicht diese.

M: Was meinst du damit?

Andrûs: Darüber kann ich jetzt nicht sprechen. Ich muss mir erst über einiges klar werden.

M: Das klingt nach einem großen Geheimnis. Bist du deshalb fortgegangen? Elyjas sagte, ihr hättet euch gestritten und er gibt eurer Gefährtin E‘aven die Schuld daran.

Andrûs: Weil er nicht versteht, was vor sich geht. (seufzt) Kann er auch nicht. Ich verstehe selbst noch nicht alles. Aber ich spüre da etwas.

M: Und dem willst du nachgehen?

Andrûs: Das muss ich.

M: Hängt das mit diesen magischen Artefakten zusammen, mit deren Hilfe ihr den Schatten bekämpfen wollt? Euch fehlt noch eines, richtig?

Andrûs: Das wichtigste. Wir haben die Artefakte in ganz Shaendâra aufgespürt. Bei den Drachen, den Elfen und den Steinlingen tief unter den Bergen. Wir dachten, wir hätten alle gefunden. Aber das hat sich als Irrtum erwiesen und jetzt weiß keiner genau, wie wir das letzte Artefakt aufspüren sollen. Mestar Albwin … (schüttelt den Kopf)

M: Nicht mal er wusste von diesem Artefakt?

Andrûs (zögert)

M: Du tust dich schwer, zu antworten, scheint mir. Warum?

Andrûs: Er wusste von Dràochs Auge. So wird das Artefakt genannt. Es ist ein Juwel aus den Anfängen der Shana. Die Alte Sippe hat es über Jahrhunderte in ihrem Tempel in Tagris Mor aufbewahrt. Aber der Tempel wurde angegriffen und zerstört und … (kneift die Augen zusammen) ich komme einfach nicht dahinter.

M: Puh! Da geht dir einiges im Kopf herum. Das alles scheint wirklich verworren und wenn nicht mal die oberen Weisen sich einig sind … Machst du dir da nicht zu viel Druck?

Andrûs: Ich habe keine Wahl und ich kann dazu jetzt echt nicht mehr sagen. Jedenfalls ist dieses Artefakt enorm wichtig. Auch Meister Albwin weiß, dass wir es finden müssen. Nur …

M: Er ist anderer Meinung als E’aven?

Andrûs (nickt)

M: Elyjas meinte bereits, dass du nicht gern über deine Gedanken sprichst.

Andrûs: Wie soll ich jemand anderem erklären, was ich selbst nicht ganz verstehe? Ich fühle mich total zerrissen.

M: Hast du es denn versucht? Als dein Freund würde er es sicher verstehen, trotzdem ihr euch zuletzt gestritten habt. Ich frage noch einmal. Warum bist du ohne ein Wort gegangen, Andrûs?

Andrûs: Etwas zehrt an mir … ich kann nicht … (blickt mich finster an) Ich musste eine Entscheidung treffen und das habe ich getan. Ich kann nicht mehr zurück.

M: Sogar wenn der Preis dafür sehr hoch wäre?

Andrûs: Er ist bereits hoch. Und das Ende ist noch nicht gekommen.

M: Verzeih. Aber das klingt sehr bedrohlich und macht mir ein bisschen Angst. Was genau willst du damit sagen?

Andrûs: Die Schattenfeuer brennen gierig. Bald werden es alle spüren.

M (etwas mulmig zumute): Andrûs … Elyjas und du wolltet diesen Kampf gemeinsam bestreiten. Ist das noch immer dein Ziel?

Andrûs (sieht mich lange schweigend an): Ich folge meinem Pfad wie Elyjas seinem folgt. Ich kann nicht umkehren.

M: Nun, dann … hoffe ich, dass ihr euch wieder vertragt. Für eure Freundschaft und den Frieden Shaendâras. Danke, dass du mit uns gesprochen hast, Andrûs. Ich wünsche dir viel Kraft für deinen Weg.

Andrûs: Dúil mair. Die Hoffnung lebt.

Tja, ich weiß nicht, wie es euch geht. Aber ich fühle mich nach diesem Gespräch nicht sehr beruhigt.

Ich hoffe wirklich, dass es für Andrûs und Elyjas gut ausgeht und dass sie es schaffen, das Licht nach Shaendâra zurückzubringen.

Bald werden wir es herausfinden!

Wie geht es weiter?

In schreibe eifrig am letzten Teil der Fantasyreihe und werde in nächster Zeit immer mal wieder einen kurzen Zwischenstand oder Textschnipsel hier auf meinem Blog oder auf Instagram posten.

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