Romanwelt Shaendâra: Das Königreich Drâea (Fantasy)

Romanwelt Shaendâra: Das Königreich Drâea

Heute stelle ich euch das Königreich Drâea vor, das im Nordwesten meiner Romanwelt Shaendâra liegt.

Während des Ersten Zeitalters, lange bevor das Königreich gegründet wurde, gehörten die Menschen, die die Westküste Shaendâras bevölkerten, verschiedenen Stämmen an. Der größte unter ihnen war der Clan der Wölfe. Weiter nördlich, in der Nähe zum Eisigen Kliff in den Frostbergen, lebten die Adler, der zweitgrößte Stamm. Die übrigen nannten sich Hirsche, Luchse und Bären.

Jeder Clan besaß sein festes Territorium, dessen Grenzen durch Wehrtürme markiert waren. Dennoch stritten die Häupter oft um Land und Gut und führten Raubzüge gegeneinander und mancher Mord geschah, selbst an Frauen und Kindern, um die eigene Macht auszudehnen.

Das Bündnis des Drachen

Im Jahr 1.723 des Zweiten Zeitalters lebte ein Mann namens Dragas. Er unterbreitete den Stammesführern ein Angebot, das sich auf gemeinsame Stärke, Schutz und Wohlstand berief. Vier der fünf Clans vereinten sich unter seinem Banner.

Wolf, Hirsch, Luchs und Bär krönten Dragas zu ihrem ersten König des neuen Reiches. Als Wappen erwählten sie einen langschwänzigen Drache.

Die Erben der Adler

Nur Tuulog, der Stammesfürst der Adler, verschmähte Dragas‘ Angebot, denn er wollte seine Unabhängigkeit nicht aufgeben. Dragas überließ ihm und seinen Nachfahren das Gebiet südlich der Frostberge, in dem die Adler schon zuvor gelebt hatten und das noch heute als Wildernis bekannt ist, mit seinen dunklen Wäldern und kargen Hügeln. Doch verlangte Dragas, dass Tuulogs Horde im Gegenzug keine Verbrechen gegen das Königreich übten. Ansonsten würde er sie mit aller Kraft aus ihrer alten Heimat vertreiben.

Viele vom Clan der Adler blieben in der Wildernis und trieben friedlichen Handel mit den Bewohnern der neu gegründeten Städte im Herzen Drâeas, der beiden Seiten zugute kam.

Tuulog selbst jedoch und einige seiner treuesten Gefolgsmänner zogen nordwärts über die Frostberge hinaus bis in die Eislande. Ihre Nachfahren hielten sich nicht an das friedliche Abkommen und begannen stattdessen, die Dörfer im Süden zu überfallen. Bald darauf wurden sie nur noch als Wilderlinge bezeichnet, unzivilisiert, raubeinig und mehr Tier als Mensch.

Viele Jahre später mischte sich ihr Blut mit den Nachkommen Dhryns, einem Enkel von Dragas, der weit hinten in der Erbfolge stand und daher über die Grenzen des Königreiches hinauszog, um sein Glück andernorts zu finden.

Die Stammlinie der Könige

Zu Beginn weitete Dragas die Grenzen seines Königreiches bis zu den Frostbergen im Norden, dann entlang des Eisengebirges im Osten und bis zum Weißen Gipfel, dem höchsten aller Berge, und von dort wieder nach Südwesten bis ans große Meer.

Im Süden und Osten erbaute er zwei Schutzfesten nahe den Grenzen und in der Mitte seines Reiches gründete er die »Stadt des Königs«. Von dort aus führte er die Geschäfte seines Reiches und nach ihm folgte sein ältester Sohn Draléif auf den Thron. Sein zweitältester Sohn und dessen Erben siedelten an der Westküste und herrschen seitdem als Fürsten von Kastal Roc.

Im Meer südlich davon schwimmen die Innis Or, die Goldenen Inseln, die ebenfalls dem Königreich angehören. Sie sind weithin unbewohnt. Nur an der Ostseite des nördlichsten Eilands existiert eine Stadt: Galeija.

Mehrere Generationen folgten, bis zu dem Tag, an dem Aeghal den Thron von Drâea bestieg. Während seiner Regentschaft wuchs im Osten ein neuer Schatten heran und die Zweite Verdunkelung breitete sich über meiner Romanwelt Shaendâra aus.

Nach vielen Jahren des Krieges und hohen Verlusten gelang den Menschen Drâeas gemeinsam mit ihren Verbündeten aus den südlichen und östlichen Ländern und unter den anderen fremdartigen Völkern im Jahr 2.499 des Zweiten Zeitalters der Sieg über den Schatten.

Das Dritte Zeitalter brach an und das Königreich Drâea weitete sich durch die bestehenden Bündnisse mit seinen Nachbarreichen Likhana im Süden und Uskûndor im Osten weiter aus.

Zu Ehren seiner Gemahlin und als Symbol des Sieges ließ König Aeghal bald darauf die östliche Schutzfeste am Fuß der Eisenberge in Kendorras, die Stadt des Friedens, umbenennen.

Aeghals Gemahlin gebar drei Söhne und zwei Töchter und nach Aeghals Tod folgte der Erstgeborene Domhnall seinem Vater auf den Thron und dessen Sohn Domhléif danach. Domhléifs Gemahlin wiederum brachte einen Jungen zur Welt, der zum Leid seiner Eltern im Alter von dreizehn Jahren tödlich verunglückte, und der König blieb lange ohne Erben zurück. Erst acht Jahre später wurde er zum zweiten Mal Vater, dieses Mal von einer Tochter. Der König war bereits alt und rechnete nicht damit, noch einen Sohn zu zeugen. Weil aber die Thronfolge den männlichen Abkommen seiner Linie vorbehalten war, ahnte Domhléif, dass nach seinem Tod sein jüngerer Bruder Ândrahel die Krone erben würde. So geschah es im Jahr 2.597 des Dritten Zeitalters.

Schon bald nach Ândrahlels Krönung erhob sich abermals ein Schatten über die Welt Shaendâra, dessen finstere Horden die Grenzen bedrohten. Die Stadt Kendorras wurde von grausigen Schattengeschöpfen, den Rak’Zhâr, überrannt und dem Erdboden gleichgemacht. Lorcas, der einzige Bruder des Königs, fiel in jenem Kampf.

König Ândrahel erlebte diesen schwarzen Tag nicht mehr, denn er war gemeinsam mit seinem zweitgeborenen Sohn zuvor auf Reisen durch die Ostlande von den Rak’Zhâr überfallen und ermordet worden. Und auch die Königin erlebte das Gemetzel nicht. Sie starb zwei Monate vor dem Angriff an gebrochenem Herzen über den Verlust ihrer Lieben.

Alle Hoffnung ruhte jetzt auf Prinz Aedhan, dem einzig lebenden Erben aus Aeghals Linie. Aber der Prinz war von einer Schlacht an der Südgrenze des Reiches nicht zurückgekehrt und man munkelte, die Rak’Zhâr hätten ihn verschleppt, was einem Todesurteil gleichkam. Seit jenem Tag ist sein Schicksal ungewiss und der Thron Drâeas bleibt leer.

Es ist der Statthalter von Dh’Aschjar, der durch Heirat mit der Königsfamilie verbunden, über das Land regiert, ohne selbst die Krone zu tragen. Denn noch immer hoffen die Menschen in Drâea, dass ihr rechtmäßiger König wiederkehrt.

Das heutige Territorium

Heute umfasst das Königreich Drâea weniger Gebiet als zu seinen Anfängen. Im Norden reicht es noch immer bis an die Frostberge. Im Süden bilden die Hügelkuppen rund um die südliche Schutzfeste eine natürliche Grenze zum verbündeten Fürstentum Likhana.
Im Osten hat das Reich am meisten Land eingebüßt. Der Weiße Gipfel ragt längst weit außerhalb der Grenzen Drâeas, inmitten der satten Täler Uskûndors, in die Wolkendecke. Im nördlichen Areal verläuft die Grenze noch immer entlang der Eisenberge, knickt dann aber scharf nach Südwesten hin ab. Die Ruinen von Kendorras bleiben Feindesgebiet, einige Meilen westwärts behält die Flusswacht die Grenze im Auge, die sich weiter Richtung Süden durch die Wälder zieht, wo sie von der Waldwacht vor den streunenden Unholden der unwirtlichen Ödnis geschützt wird.

Die Stadt Dh’Aschjar, am Fuß des westlichen Massivs der Eisenberge gelegen, ist in heutigen Tagen die größte Stadt und wichtigster Handelspartner der Bewohner Likhanas. Die Handelswege nach Osten sind zu gefährlich geworden.

Von Bedeutung sind außerdem die Stadt Galeija und das Dorf Kastal Roc an der Westküste. Darüber hinaus existieren einige kleinere Dörfer.

Der Alte Wald

Der Alte Wald liegt inmitten des draejanischen Territoriums, trotzdem bildet er ein eigenständiges Reich. Er ist die Heimat der Ellyllîm, des Elfenvolkes, angeführt vom Hochfürsten Llewellyn.

Die Draejaner wissen um die Existenz dieses Reiches und meiden es, den Alten Wald zu betreten, obwohl die Ellyllîm ihnen wohlgesonnen gegenüberstehen. Hochfürst Llewellyn hält seinerseits enge Verbindung zur Scolai, der Magierschule in Dh’Aschjar, aufrecht.

Das Leben in Drâea

Die Gesellschaft der Draejaner teilen sich in drei Hauptgruppen: Soldaten, Händler und Kaufleute sowie das einfache Volk. Darüber hinaus gibt es – wie bei den anderen Völkern – einige seltene, in denen die alten Mysterien erwachen und die den Pfad der Magie einschlagen.

Der Handel wird inzwischen fast ausschließlich mit dem Fürstentum Likhana betrieben, insbesondere der dortigen Hauptstadt Tánahar. Im Osten ist er nahezu verebbt, da die Straßen durch den Vormarsch der Rak’Zhâr nicht länger sicher sind. Die Stadt Falias, die einst das wichtigste Handelszentrum war, wurde zerstört und wegen der Rak’Zhâr, die sich in den Eisenbergen eingenistet haben, wagt kaum jemand die Reise nach Osten.

Da der Krieg seit langer Zeit die Grenzen des Königreiches bedroht, sind Soldaten und andere, die sich auf den Umgang mit Waffen verstehen, hochgefragt. Der Drache Drâeas auf der Rüstung wird mit Stolz getragen und kein Draejaner will die Hoffnung an einen letztlichen Sieg gegen die Schattenhorden aufgeben. Ebenso halten sie an dem Glauben fest, dass ihr König eines Tages zurückkehren und das Reich zu seiner einstigen Blüte zurückführen wird. Das versinnbildlicht auch der Obelisk auf dem Marktplatz in Dh’Aschjar, an dessen Spitze ein schimmerndes Oval die Kraft des Seelenlichtes symbolisiert, und die dazu eingravierten Worte: »Dúil mair« – Die Hoffnung lebt!

Doch es hat bereits ein Angriff auf Dh’Aschjar stattgefunden und obwohl er abgewehrt werden konnte, weiß niemand, was beim nächsten Überfall geschehen wird. Die Zukunft des Königreiches Drâea und seiner Bewohner ist ungewiss …

Wie geht es weiter?

Im nächsten Beitrag erzähle ich euch mehr über die Magie in meiner Romanwelt Shaendâra und jene Begabten, die sie ausüben.

Bis dahin!

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