romanwelt shaendâra: die Magie (Fantasy)

Romanwelt Shaendâra: Die Magie

Es ist Zeit, ein bisschen über die Magie in meiner Romanwelt Shaendâra zu sprechen. Wollen wir also einmal schauen, wie die magische Ordnung aufgebaut ist und wer die Begabten und Auserwählten sind, die Magie ausüben.

Wie im ersten Teil dieser Blogreihe erklärt, schufen die Shana die Welt Shaendâra aus einer Art schöpferischem Regen. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten waren sehr vielseitig und aus diesem Wissensstamm erwuchsen die magischen Äste in unterschiedliche Richtungen.

Einer der frühesten Talmar namens Dràoch galt als besonders schöpferisch und weitsichtig. Er wollte sicherstellen, dass die Weisheit der ersten Shana auch in späteren Jahrhunderten erhalten bliebe. In seinen Kindern vereinte sich das Blut der Talmar mit den Penyar.

Die unterschiedlichen Richtungen der Magie in Shaendâra

Viele kleinere Zweige sprossen in den folgenden Jahren daraus hervor. Die bedeutsamsten entsprangen Dràochs ältestem Sohn, in dessen Nachkommen auch das Blut des Elfenvolkes gegenwärtig war. Und aus dieser Verbindung stammten wiederum drei Söhne: Enwa, Gebor und Nam’vanyar. Durch sie entstand die Linie der Mestari, der übergreifend für alle Kundigen der Magie in der Welt Shaendâra gilt, sofern sie mindestens den ersten magischen Grad erlangt haben.

Die Lehrmeister der Magie

Enwas Nachkommen, die man daher Enwaren nennt, erschufen in der Zeit vor der Ersten Verdunkelung die größten magischen Tempel Shaendâras, viele davon in jenem Gebiet, das heute als die verlassene Ödnis Enwaerûn bekannt ist. Sie verschrieben sich der Weitergabe des alten Wissens an jüngere Generationen.

An der Westküste des Landes Tâlameth erbauten sie eine Stadt und gaben ihr den Namen Aza’Dhaan. Hoch auf den Klippen gründeten sie die Akademie des treuen Pfades, umlagert von nackten Felsterrassen und blühenden Hängen. Hier vor allem sollten jene unterrichtet werden, die ihnen nachfolgten.

»O Tywyll i’r Sol! Aus dem Dunkel ins Licht!«, stand als Sinnspruch über der Pforte, neben dem eingemeißelten Abbild einer Eule, und lange galt die Akademie als die größte magische Schule in Shaendâra.

Ihre Oberin Kyldana beherrschte sowohl die Geistmagie als auch die Magie der Elemente so gut, dass sie imstande war, die Gesänge aller vier Elementargeister  (siehe Die Schöpfung Shaedâras) zu verstehen. Sogar unter Dràochs Erben, in denen auch das Blut der Penyar floss, kam dies äußerst selten vor, außerhalb seiner Nachfahren überhaupt nicht.

Die Hüter der Magie

Was die Werke Nam’vanyars, des jüngsten Bruders, angeht, ist nur wenig bekannt. Doch war er der Vater von Vaìrdor, der im Ersten Zeitalter den Schattenangriff auf die Seelenflamme vereitelte, und hernach als Erster den Titel »Bewahrer der Seelen und Wächter des Lebens« trug.

Zugleich begründete er die magischen Orden und Gilden, wurde der höchste unter den Magiekundigen in ganz Shaendâra, und bildete aus seinen engsten Vertrauten den so genannten Inneren Zirkel. Aus diesem erwählte er selbst und jeder Seelenwächter nach ihm seinen Nachfolger.

Ein falsches Urteil

Einige Jahre bevor Ûussa zum Obersten aller Mestari erwählt wurde und fortan als Hüter über die Seelenflamme wachte, war er durch die Lande gezogen, um sich einen Lehrling zu suchen. Die beiden Brüder Sìdhor und Faergûll kamen in die engere Wahl und er beobachtete sie eine Weile sehr genau, um ihr Inneres zu erforschen.
Sìdhor war ein friedliebender Mensch und schien Ûussa ein würdiger Schüler zu sein. Hinter Faergûlls Augen und frommen Worten erkannte Ûussa aber einen Schatten und beachtete ihn daher kaum. Das schürte Faergûlls Eifersucht auf seinen Bruder und rasend vor Zorn zerstörte er dessen Hab und Gut. Anschließend trat er weinend vor Ûussa und bettelte, dass dieser doch auch ihn in der Magie unterweisen möge. Ûussa aber, der seinen Verdacht bestätigt sah, zögerte und willigte erst ein, nachdem der Vater der beiden Jungen ihn herzeinnehmend darum angefleht hatte.
Schon bald erkannte Ûussa, wie falsch sein Nachgeben gewesen war. Doch zu diesem Zeitpunkt war das Unheil bereits über Shaendâra hereingebrochen und erst viele dunkle Jahre später sollte dieser Fehler korrigiert werden.

In Sìdhor immerhin irrte Ûussa nicht – er gilt noch heute als der bedeutsamste und mächtigste Paith’an’Leawha aller Zeitalter, der die Schattenherrschaft, die sein Bruder begonnen und sein Neffe später noch finsterer fortsetzte, beendete.

Die magische Ordnung

In der Kyarlath Dhrai, der magischen Ordnung, sind die sieben magischen Ränge beschrieben. An diesen lassen sich die Hierarchie und die Fähigkeiten jener, die in der Magie ausgebildet werden, erkennen. Jedem Rang ist eine andere Farbe zugewiesen.

Zu Beginn steht der Iomai, der Anwärter, der den Pfad der magischen Ausbildung beschreiten möchte und eigentlich noch nicht zu den Rängen im engeren Sinne zählt.
Die erste echte Rangstufe ist die des Imri, des Schülers, der während seiner magischen Grundausbildung die Farbe schwarz trägt. Denn die Schüler sind vom höchsten Rang am weitesten entfernt. Das Schwarz ihrer Kutten symbolisiert die Leere, die in diesem Stadium in ihrem Inneren existiert und welche die Magie künftig füllen soll.

Es folgt der Printi, der Lehrling, dessen Lehre durch einen einzelnen Meister erfolgt, mit dem er drei Jahre durch das Land reist. Der Mantel eines Printi ist schwarzbraun, zudem darf er sich während dieser Zeit einen Stab anfertigen.
Mit bestandener Prüfung am Ende der Lehrzeit darf er sich einen vollwertigen Zauberer und Gelehrten nennen und erhält den Titel Adepto bzw. Adepta. Aber auch dieser geht noch nicht mit einem magischen Grad einher.

Die Adepti tragen Braun, das für Herkunft, Wurzeln und die Summe der Erfahrungen steht, die sie während ihrer Ausbildung gesammelt haben.

Nach frühestens fünf weiteren Jahren können Gelehrte den Zaubergrad der ersten Ebene erlangen und dadurch zum Ardano oder zur Ardana aufsteigen. Fortan gehören sie zum Grünen Orden. Das Grün symbolisiert die Mitte, Wachstum und Erneuerung. Die Ardani, die das grüne Gewand anlegen, haben ein nächsthöheres Wissen erreicht. Doch ist ihnen bewusst, dass dies erst die Basis darstellt. Der Pfad zur Weisheit bleibt lang und steil und es bedarf einer regelmäßigen Erneuerung, um ihn zu erklimmen.

Zauberer der zweiten bis sechsten Ebene gelten als Großmagier und werden mit Magus oder Maga angesprochen. Sie tragen mit jeweiligem Aufstieg nacheinander die Farben Gelb, Orange, Rot, Türkis und Violett.

Auf der siebten bis neunten Stufe folgen die Farben Blau, Grau und Weiß. Magier, die diese Ebene erreicht haben, dürfen sich Archani, Erzmagier, nennen. Das Weiß stellt die höchste Farbe dar, denn sie vereint alle anderen Farben in sich und symbolisiert somit das Vollkommene, das Licht, das Gute und die Reinheit.

Die Gabe der Seher

Die Nachkommen Gebors bewahren eine Kraft, die unter den Shana als die höchste Gabe angesehen wurde und die heute sogar unter den Ältesten kaum noch verstanden wird.

Obwohl die Gabe in frühen Tagen weit verbreitet war, galt Dràoch als der erste Seher.

Als seine Gemahlin in die Flamme einging, blieb Dràoch zurück. Denn er ahnte, dass jedem Tag eine Nacht folgen würde, und so machte er sich ans Werk, um die Seelenflamme für die Zukunft zu schützen und bewahrte dies als sein Geheimnis. Dràochs Auge wird dieses Werk genannt – und sogar unter den alten Weisen der treuen Völker weiß kaum jemand darum und noch weniger verstehen es.

Während die Gabe sich unter den Talmar verflüchtigte, spürte Dràoch sie in seinem Enkel Gebor stärker als in jedem anderen. Ihm allein vertraute er sein Geheimnis an, als er beschloss, selbst in die Flamme einzugehen. Seitdem bewahren Gebors Erben das Vermächtnis durch alle Jahrhunderte hindurch. Man nennt sie die Alte Sippe, denn sie hüten das älteste und wertvollste aller Geheimnisse der Shana. Aber es sind nur wenige von ihnen übrig. Darum droht das Wissen verloren zu gehen.

Das Zentrum der Seher liegt im Süden des Wüstenreiches, in der Stadt Tagris Mor. Doch auch diese Stadt wuchs im Laufe der Jahrhunderte in solchem Ausmaß an, dass der einst prächtige Tempel heute nur noch ein Anhängsel vergangener Tage darstellt, an dessen Bedeutung der Hauptteil der Bevölkerung sich kaum erinnert.

Menschenfremde magische Kulturen

Natürlich existiert die Magie nicht nur unter den Menschen, tatsächlich kommt sie bei diesen im Laufe der Jahrhunderte immer seltener vor.

Den Elfen und den noch älter scheinenden La’an, den Laubläufern, den Tallocs in den Hügeln und den Ghorrocs unter den Bergen, ebenso wie den Quellschwestern im Hain von Beth’nal’Mâr, wohnt jeweils eine ganz eigene Form von Magie inne.

Sie alle zu beschreiben, sprengt den Rahmen dieses Artikels. Aber natürlich werde ich euch das ein oder andere Volk in den Folgebeiträgen vorstellen.

Wie geht es weiter?

Für den nächsten Beitrag habe ich meine Romanfigur Elyjas zum Interview eingeladen, der euch ein bisschen von seinen bisherigen Abenteuern berichten wird.

Bis dahin!

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