Autorentipps: Schreibinspiration finden

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Oft werde ich als Autorin gefragt, woher die Schreibinspiration für meine Bücher kommt. Die ehrliche Antwort lautet: Die Idee war irgendwann einfach da.

Viele Autoren kennen das sicher. Denn oft ist die Inspiration für unsere Geschichten gar nichts so Außergewöhnliches, sondern etwas recht Banales – ein Gesprächsfetzen, den du unterschwellig aufschnappst, einen Ort, den du während einer Reise besuchst, etwas Flüchtiges im Film oder beim Lesen, das dich berührt und dann eine Weile in dir weiterarbeitet. Es ist kein abrupter einzelner Moment, indem sich eine komplette Geschichte in unserem Gehirn manifestiert. Viel mehr ist es ein leises Flüstern, das durch unseren Geist schwebt, vielleicht wieder abebbt und später etwas lauter wiederkehrt, bis der richtige Augenblick gekommen ist, um die Idee festzuhalten.

Nicht jede erste Idee bleibt in uns haften. Manche tauchen auf und wir lassen sie wieder ziehen. Andere sind so stark, dass wir sie direkt weiterverfolgen. Manchmal wissen wir nicht gleich zu Anfang, ob eine Idee für ein ganzes Buch taugt. Doch wenn sie sich immer wieder in deine Gedanken zurückdrängt, lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.

Schreibinspiration steckt im Leben jedes Einzelnen. Wir schöpfen sie aus den großen wie kleinen Dingen, die wir erleben …

Schreibinspiration finde ich oft im Alltäglichen

Ich bin sicher, wenn ich zum ersten Mal bewusst erwäge, eine Geschichte zu einem bestimmten Thema zu entwickeln, hat die Idee dazu tatsächlich schon eine Zeit lang in mir gearbeitet, ohne dass ich das wahrgenommen habe. Daher fällt mir im Nachhinein schwer zu sagen, was der eine Auslöser war, der mich zum Schreiben inspiriert hat.

Brennende Kerze mit zwei Dochten - Schreibinspiration für Flamme der SeelenDie Schreibinspiration für meine »Flamme der Seelen«-Bücher

Ich erinnere mich nicht an den einen Moment, in dem die Buchidee zur Fantasy-Reihe Flamme der Seelen entstanden ist. Als ich begonnen habe, am ersten Buch Dämmernebel zu schreiben, waren sicher schon viele unbewusste Gedanken dazu durch meinen Kopf geflossen.

Rund um Weihnachten hatte ich damals meine Eltern besucht und in ihrem Wohnzimmer entdeckte ich einen Glaszylinder mit einer großen roten Kerze. Das Glas stand auf dem Boden und als ich von oben darauf herabsah, fiel mir auf, dass die Kerze zwei Dochte besaß – Schreibinspiration klick!

Dieses Bild hat sich mir eingeprägt: Zwei strahlende Lichter, miteinander vereint – die Seelenflamme. Ein Ort, an dem sich die Seelen nach dem Tod finden und gemeinsam in der Ewigkeit überdauern.

Wieder zuhause fing ich an zu schreiben, was die Flamme der Seelen sei, worin ihr Ursprung lag und so erwachte meine Romanwelt Shaendâra zum Leben, über deren Bewohner das Seelenfeuer wachte. Daneben haben mich sicher auch die Texte im Silmarillion, den Nachrichten aus Mittelerde und in die Kinder Húrins bei der Schöpfung meiner Romanwelt beeinflusst (vgl. die Ainur).

Ich denke, die Grundidee meiner Flamme der Seelen – Bücher wirkte jedoch bereits früher in mir: Ein Heranwachsender auf der Suche nach seinen Wurzeln – in dieser Geschichte nach seinem Vater, den er nie kennengelernt hat und dessen Abwesenheit mehr verbirgt, als er je hätte ahnen können. Im Nachhinein betrachtet, befand ich mich Jahre zuvor als Teenager, nach der Scheidung meiner Eltern, vielleicht selbst ein Stück weit auf der Suche nach Wurzeln, die mich hielten. Wenngleich ich persönlich anders als mein Protagonist Elyjas nie auf einen Elternteil verzichten musste.

Wie aus der ersten Schreibinspiration ein Buch entsteht …

Die »Flamme der Seelen«-Trilogie zu schreiben, hat lange gedauert. Länger als ich erwartet oder geplant hatte. Das gilt insbesondere für den dritten Teil, bei dem ich mit einer gewaltigen Schreibblockade zu kämpfen hatte. Weniger wegen der Geschichte an sich, als mit äußeren Umständen, die mich einfach gehindert haben, meine Schreibinspiration und meinen Schreibfluss wiederzufinden (Hier kannst du mehr darüber lesen).

Inzwischen fließen die Worte rasant auf das epische Finale zu und ich bin schon richtig aufgeregt, euch den krönenden Abschluss von Elyjas‘ und Andrûs‘ Abenteuer zu präsentieren. Das wird auf jeden Fall noch einmal richtig spannend.

Seid ihr schon neugierig?

Ein bisschen Geduld müsst ihr noch haben. Aber nicht mehr allzu lange – versprochen!

In Kürze verrate ich mehr. Also schaut mal wieder vorbei …

Du kennst die Flamme der Seelen – Bücher noch nicht? Entdecke sie hier: Dämmernebel | Sturmbeben

Schreibinspiration finden - Ideen für Geschichten