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Meine zweite absolute Leidenschaft neben dem Schreiben ist das Fotografieren. Dazu stehe ich sogar am Wochenende gern sehr früh auf, schnappe mir meine Kamera und auf geht’s in die Natur. Ich liebe die morgendliche Stille, wenn noch nicht so viele Menschen durch den Tag »lärmen« und Vögel und andere Tiere sich eher zeigen. Dann lege ich mich auf die Lauer und beobachte, genieße den sanften Wind und die aufgehende Sonne.

In den nächsten Wochen möchte ich dir ein paar Grundlagen näherbringen, falls du selbst das Fotografieren lernen möchtest. Denn hat man die erstmal verstanden, ist alles andere einfach Übungssache.

In diesem Beitrag gehen wir daher zunächst auf den Aufbau einer Kamera und die Objektive ein.

Fangen wir an!

Grundaufbau einer Kamera

Als erstes beschäftigen wir uns mit dem Aufbau einer Kamera.

Uhh! Technik, denkst du jetzt vielleicht. Aber ganz ohne geht es nun mal nicht. Ich werde diesen Abschnitt so kurz wie möglich halten.

Jede Kamera besteht grundlegend aus zwei wichtigen Bestandteilen, damit ein Bild eingefangen und abgespeichert werden kann.

Das Bild »einfangen«

Eingefangen wird das Bild durch das Objektiv der Kamera. Dieses besteht in der Regel aus mehreren unterschiedlich geschliffenen Glas- oder Kunststoff-Linsen.

Das Bild »abspeichern«

Der zweite und wichtige Bestandteil einer Kamera ist die Einheit, die das eingefangene Bild abspeichert. Das waren früher spezielle lichtempfindliche Filme, die aufwändig entwickelt werden mussten.

Inzwischen speichern moderne Digitalkameras das eingefangene Bild mittels eines elektronischen Sensors als Datei auf einer entsprechenden Speicherkarte. Dadurch kannst du das Bild später an einem beliebigen Computer weiterverarbeiten.

Wir gehen im Weiteren von einer modernen Digitalkamera mit Sensor aus. Das Prinzip gilt aber auch bei älteren Kameras, die noch mit Film arbeiten.

Damit ein Bild auf einem Sensor festgehalten werden kann, darf ausschließlich das Licht des Motivs auf den Sensor treffen. Deshalb besteht eine Kamera immer aus einem lichtdichten Gehäuse, durch das nur an einer einzigen Stelle – nämlich durch das Objektiv – Licht einfallen kann.

Das Licht trifft nun durch das Objektiv auf den hinteren Teil des Gehäuses, wo sich der Sensor befindet. Über den Verschluss lässt sich dabei die Zeitdauer einstellen, in der das Licht durch das Objektiv auf die Kamerarückwand fällt.

Die unterschiedlichen Kameratypen

Trotz Digitalisierung arbeiten auch bei Digitalkameras noch viele Bauelemente rein analog. Welches System bzw. welchen Kameratyp du bevorzugst, hängt von deinen subjektiven Vorlieben ab.

Im Grunde gibt es drei verschiedene Typen von Kameras:

  1. DSLR – digitale Spiegelreflexkameras
  2. Systemkameras
  3. Bridge- und Kompaktkameras

Diese Unterteilung lässt sich sicher noch verfeinern. Hier soll sie uns aber genügen.

Jetzt wird es kurz noch mal etwas technisch. Sorry 😉

Digitale Spiegelreflexkamera

Die Spiegelreflexkamera besitzt einen halbdurchlässigen Spiegel, der sich vor dem Verschluss befindet. Vor dem Spiegel befindet sich das Bajonett, um unterschiedliche Objektive aufzunehmen. Diese Objektive ermöglichen es, die optischen Eigenschaften der Kamera zu verändern.

Das durch das Objektiv fallende Licht wird zum Teil nach oben auf eine Mattscheibe gelenkt, die denselben Abstand hat wie der Sensor. Dort steht das Bild auf dem Kopf und ist seitenverkehrt. Oberhalb der Mattscheibe wird das Bild der Mattscheibe über ein Prisma wieder seitenrichtig gestellt. Daher haben Spiegelreflexkameras stets diesen typischen »Aufsatz« oben auf der Kamera, der den optischen Sucher bildet. Denn in diesem befindet sich der Sensor für die Belichtungsmessung.

Der zweite Teil des einfallenden Lichts passiert den Spiegel und wird durch einen weiteren Spiegel zum Kameraboden gelenkt, wo sich der Sensor für die Schärfemessung befindet.

Solange Du durch den (optischen) Sucher schaust, befindet sich der Spiegel vor dem Bildsensor, der zudem von einem mechanischen Verschluss bedeckt ist. Wenn Du eine Aufnahme machen möchtest, klappt der Spiegel nach oben. Dann öffnet sich der Verschluss und lässt das Licht auf den Bildsensor fallen.

Kompakt- und Bridgekamera

Die Kompaktkamera bildet das Gegenstück zur DSLR und ist deutlich kleiner. Sie besitzt keinen Spiegel und auch keinen Spiegelkasten. Das Objektiv ist bei Kompakt- und Bridgekameras fest verbaut und lässt sich nicht wechseln. Aus diesem Grund haben diese integrierten Objektive oft einen relativ großen Zoombereich. Bei vielen Modellen existiert auch kein Sucher, stattdessen wird das Display auf der Rückseite als Sucher verwendet. Die Bedeutung dieses Kameratyps nimmt heutzutage ab, da Smartphones – die man ohnehin meist bei sich trägt – inzwischen teils bessere Leistung haben.

Sobald die Kamera eingeschaltet ist, wird der Sensor dauerhaft mit Licht beaufschlagt, um den elektronischen Sucher (EVR) mit dem Bild zu versorgen. Belichtung und Schärfemessung erfolgen ebenso über den elektronischen Sucher. Die Lichtmenge wird dabei über einen elektronischen Verschluss bemessen und gespeichert.

Systemkamera

Systemkameras stellen eine Mischform aus DSLR und Bridgekamera dar. Sie besitzen weder Spiegel, noch Spiegelkasten oder mechanischen Verschluss. Dafür lassen sich bei Systemkameras die Objektive wechseln, die aufgrund des fehlenden Spiegelkastens kleiner ausfallen.

Moderne Systemkameras sind qualitativ und funktional auf dem Niveau der DSLR und treten zu ihnen in Konkurrenz. Über Adapter haben sie sich die gesamte Objektivwelt erschlossen.

Das Objektiv

Ein Objektiv besteht in der Regel aus einer Kombination mehrerer Linsen und hat je nach Bauart unterschiedliche Eigenschaften. Diese dienen grundsätzlich dazu, das Licht des Motivs zu bündeln und so auf die Kamerarückwand zu projizieren, dass ein möglichst fehlerfreies und scharfes Bild entsteht.

Zwei grundlegende Arten von Objektiven

Eine Unterscheidung von Objektiven kann nach Bauart oder Objektiveigenschaften erfolgen. Grundlegend gibt es zwei verschiedene Bauarten:

Festbrennweite

Bei einem Festbrennweiten-Objektiv sind die Linsen fest im Objektivgehäuse verbaut. Sie bilden immer den gleichen Bildausschnitt ab. Es ist also nicht möglich, in ein Bild hineinzuzoomen.

Vorteil der Festbrennweite ist eine höhere Abbildungsqualität und weniger Bildfehler, da die Linsen des Objektivs genau an den für eine optimale Abbildungsleistung errechneten Stellen sitzen.

Zoomobjektiv

Ein Zoomobjektiv besteht aus einzelnen Linsengruppen, die im Objektivgehäuse flexibel gegeneinander verschoben werden können. Dadurch lässt sich in das Bild hineinzoomen und ein passender Bildausschnitt wählen.

Zoomobjektive sind also im Vergleich zu den Festbrennweiten flexibler. Das nützt zum Beispiel, wenn das Motiv sehr weit entfernt ist und ich keine Möglichkeit habe, näher heran zu kommen.

Zoomobjektive weisen allerdings meist eine schlechtere Bildqualität auf.

Die Brennweite

Wahrscheinlich sind dir auch schon die mm-Angaben auf Objektiven aufgefallen. Um deren Bedeutung zu verstehen, widmen wir uns nun dem Begriff der »Brennweite«.

Für das einfache Verständnis genügt uns folgende Definition:

Die Brennweite definiert den auf dem Foto sichtbaren Bildwinkel. Sie gibt also an, wie viel »Umgebung« ich auf dem Foto abbilden kann.

Merke: Je kleiner die Angabe der Brennweite ist, umso mehr kannst Du auf dem Foto abbilden. Die Brennweite wird immer in Millimetern angegeben; der entsprechende Wert ist auf dem Objektiv vermerkt.

Gängige Brennweiten von Festbrennweiten-Objektiven sind z.B. 35 mm, 50 mm, 85 mm oder 105 mm. Gängige Zoomobjektive haben Brennweitenbereiche zwischen 17-40 mm, 24-105 mm oder 70-200 mm.

Du weißt jetzt also, dass du mit verschiedenen Brennweiten unterschiedlich viel Bild fotografieren kannst, wobei gilt: Je kürzer die Brennweite (= kleiner Wert), desto größer der Bildwinkel.

Objektivarten

In Abhängigkeit vom Bildwinkel werden verschiedene Arten von Objektiven unterschieden, die sich an der natürlichen Sicht des menschlichen Auges orientieren.

  • Normalobjektive
  • Weitwinkelobjektive
  • Teleobjektive

Weitwinkelobjektive und ihre Eigenschaften

Weitwinkelobjektive bilden einen im Vergleich zum natürlichen Seh-Eindruck des Auges größeren Bildwinkel ab.

Folgende Merkmale sind typisch für Weitwinkelobjektive:

  • ein großer Bildwinkel
  • ermöglicht geringen Abstand zum Motiv
  • Motiv mit viel Hintergrund
  • die Bildebenen werden auseinander gezogen, der Abstand des Motivs zum Hintergrund wirkt dadurch größer
  • eine fast durchgängige Schärfe im Foto
  • in den Randbereichen tritt eine starke optische Verzerrung auf

Normalobjektive und ihre Eigenschaften

Bei Normalobjektiven entsprechen Brennweite und Bildwinkel in etwa dem natürlichen Seh-Eindruck.

Folgende Merkmale sind typisch für Normalobjektive:

  • der Bildwinkel entspricht ungefähr dem menschlichen Blickfeld
  • die Tiefenwirkung entspricht der menschlichen Wahrnehmung
  • Objekte werden in realistischen Größenverhältnissen abgebildet
  • weitestgehend verzerrungsfrei

Teleobjektive und ihre Eigenschaften

Teleobjektive haben einen sehr kleinen Bildwinkel und können daher auch nur einen sehr kleinen Bildausschnitt abbilden.

Folgende Merkmale sind typisch für Teleobjektive:

  • weit entfernte Motive werden vergrößert
  • ermöglichen einen großen Abstand zum Motiv
  • der Hintergrund um das Motiv herum wird ausgeblendet
  • komprimiert die Bildebenen, der Hintergrund wirkt somit sehr nah
  • Abstände zwischen hintereinander liegenden Motiven erscheint geringer
  • Vorder- und Hintergrund werden unscharf (= geringere Schärfentiefe)

So – jetzt kennst du dich schon ein bisschen mit den unterschiedlichen Kameratypen und Objektiven aus und weißt, wie diese aufgebaut sind. Und damit enden wir für dieses Mal.

Wie geht es weiter?

Im Beitrag der nächsten Woche gehen wir dann auf ein paar wichtige Parameter ein, die dir helfen, tolle Fotos zu machen: Blende, Belichtungszeit und ISO.

Also, lies dich wieder rein!

Bis dann.

Fotografieren lernen - Grundlagen 1: Der Aufbau von Kameras und Objektiven

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