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Hast du auch schon öfter das Gefühl gehabt, dass du mehr Ruhe brauchst als andere? Kennst du das Bedürfnis, Nein zu sagen, weil du dich erschöpft fühlst, aber aus schlechtem Gewissen heraus doch Ja sagst?

Oh – ich selbst kenne das nur allzu gut.

Mit dem Ergebnis, dass ich mich häufig total miesgelaunt bei Dingen wiederfand, die mir eigentlich Spaß machen (sollten). Hochsensibel? Darauf stieß ich erst Jahre später.

Gabe oder Fluch?

Jetzt, da ich mich als hochsensiblen Menschen besser verstehe, kann ich auch akzeptieren, dass ich eben mehr Pausen und Auszeiten benötige als der Durchschnittsmensch, um meine Akkus wieder aufzuladen.

Ich reagiere auf vieles empfindlich – Licht, Lärm, Gerüche, Stimmungen – und ich ertrage manche Menschen nur »dosiert«, bevor ich mich zurückziehen muss. Das ist nicht böse gemeint, es gibt eben Menschen, bei denen ich beim Zusammensein eher Energie verliere anstatt sie aufzutanken.

Partys sind für mich ein absoluter Graus, weil zu viele Geräusche zeitgleich auf mich eintrommeln: Reden, Lachen, Geschirrklappern, Musik aus dem CD-Spieler usw. Es heisst, Katzen hören Geräusche um die dreihundert mal intensiver als der Mensch. So komme ich mir manchmal auch vor. Dann fühlt es sich an, als ob mir der Kopf platzt und ich verabschiede mich vorzeitig – früher oft mit irgendeiner Ausrede, da ich nicht wusste, wie ich es erklären sollte. Solche Veranstaltungen saugen mich regelrecht leer!

Ich gehe gerne raus, treffe mich mit Freunden, unternehme etwas. Doch meine persönliche Grenze an ertragbaren Wochenterminen liegt offenbar niedriger als bei anderen. Nach einem 9-Stunden-Arbeitstag brauche ich erst mal Zeit für mich.

Klar – wer nicht?, wendest du jetzt vielleicht ein. Geht doch jedem so. Aber falls du selbst hochsensibel bist, kennst du das vielleicht von dir.

HSPler ticken einfach ein bisschen anders. Da kann ein simpler Anruf von lieben Menschen, mit denen ich sonst fröhlich plaudere, oder eine Verabredung mit Freunden in jenen Momenten schlagartig zu viel für mich werden. Und nein! In genau diesen Momenten kann ich mich nicht zusammenzureißen, wie manch einer inbrünstig von mir fordert! Meine Energiereserven reichen dann nicht mehr aus, um noch irgendetwas aufzunehmen. Auch keine an sich schönen Dinge – alles ist in diesem Augenblick zu viel!

Warum kriege ich das nicht hin?, habe ich mich oft gefragt. Tue es auch jetzt manchmal noch. Alle anderen schaffen es doch auch. Ich zweifle an mir selbst, ärgere mich, mache mir schwere Vorwürfe. Mal wieder versagt.

Oft sind Menschen in meiner Umgebung erstaunt, was ich alles wahrnehme, von dem sie gar nichts mitbekommen. Wenn ich sie frage: »Hast du das gerade gehört?« ernte ich häufig nur rätselnde Blicke und Kopfschütteln.
Das Gehirn von Hochsensiblen arbeitet anders, filtert weniger und lässt mehr Informationen durch.
Ich registriere mehr, aber der Speicher ist dadurch auch ziemlich schnell voll. Dann ist der Punkt erreicht, an dem nichts mehr geht.

»Wegen Reizüberflutung geschlossen! Overloaded!«

Hochsensibilität als Stärke annehmen

Hochsensible sind empfänglicher für äußere und innere Reize (z. B. Gedanken, Erinnerungen). Sie erleben tiefer und »sehen« dadurch manches schon im Vorfeld kommen, was anderen oft schwer zu erklären ist.

Unsere niedrigere Reizschwelle führt rasch zur Überreizung und was wir heute erleben, kann sich noch Wochen später genauso intensiv anfühlen – oh ja, glaub mir!

Menschen, die hochsensibel sind, brauchen regelmäßigen Rückzug, um Dinge zu verarbeiten. Leider fehlinterpretieren andere dieses Bedürfnis oft als introvertiert, ungesellig und wenig belastbar.

Für mich ist Hochsensibilität aber auch eine besondere Stärke. Sie macht mich einfühlsam und empathisch. Ich kann mich gut in andere Menschen und ihre Beweggründe hineinversetzen. Ein Gefühl von »menschlich verständlich«, wenn auch nicht immer korrekt, nimmt der ein oder anderen Situation die Schärfe.

Ich reflektiere mich selbst stark und kann für ein Thema aus verschiedenen Motiven und Richtungen heraus argumentieren. Manchmal – sogar Tage, nachdem ich dachte, ich sei mit dem Thema durch – fallen mir ganz plötzlich weitere Argumente ein. Stimmt, manchmal ist das ziemlich nervig!

Ich merke, dass ich dabei häufig ins Grübeln abdrifte. Aber ich habe inzwischen gelernt, das zu akzeptieren und nicht im Gedankenkarussell steckenzubleiben. Zugegeben – ab und zu kreist es noch etwas länger!

Ich kann mich völlig in etwas zu vertiefen, zum Beispiel beim Schreiben, Fotografieren oder wenn ich mich in der Natur aufhalte. Ich erlebe dann das, was viele als »Flow« bezeichnen. Danach fühle ich mich kraftvoll und energiegeladen, vorausgesetzt, ich werde nicht zwischendurch gestört.

Die Kehrseite ist der Drang nach Perfektion und die Gefahr, mich festzubeißen. Andererseits bin ich dadurch aber auch sehr gewissenhaft.

Über mein Gedächtnis staune ich ab und zu selbst. Ich erinnere mich an kleinste Details aus Gesprächen noch Monate oder Jahre später. Das ist sowohl im Freundeskreis als auch im Job ganz nützlich und vielen Menschen um mich herum bereits aufgefallen.

Es bringt ganz sicher positive und auch anstrengende Aspekte mit sich, hochsensibel zu sein. Es macht den Alltag nicht immer einfach, weil viele Menschen Hochsensibilität schlicht als »zu empfindlich« abtun und überhaupt einfach »zu« was auch immer.

Wichtig ist, dass du als HSPler selbst um deine Eigenschaft weißt und dich selbst besser verstehen lernst.

»Lass dir nicht einreden, dass irgendwas mit dir nicht stimmt. Du bist vollkommen richtig!«

Literatur über Hochsensibilität

(alle hier angegebenen Buchtitel finden sich auch in meinem Bücherregal)

Hochsensibel ist mehr als zart besaitet

Hochsensibel ist mehr als zartbesaitet (Sylvia Harke)
Bot für mich viele interessante „Aha“-Momente. Ich empfehle jedem HSPler, es zu lesen.

Buchtipp: Hochsensibel - was tun?

Hochsensibel – was tun? (Sylvia Harke)
Auch dieses Buch verschafft einen guten Überblick über die verschiedenen Aspekte der Hochsensibilität, insbesondere auch der psychologischen Hintergründe, und geht dabei auf die diversen Lebensbereiche wie Partnerschaft, Beruf etc. ein.

Sind Sie hochsensibel?

Sind sie hochsensibel? (Elaine N. Aron)
Elaine N. Aron hat als erstes Hochsensibilität erforscht. Ihr Buch war mein erstes zum Thema und ist für mich ein absolutes MUSS für alle Hochsensiblen, die sich endlich besser verstehen wollen.

Weiterführende Links zum Thema Hochsensibilität

Die Zeit voll ausnutzen. Soviel wie möglich in einen einzigen Augenblick hineinpacken.

Mir schnell neues Wissen zu einem bestimmten Thema aneignen und dann fröhlich zum nächsten wechseln.

Ständig neue Ideen, obwohl noch so vieles unbeendet daliegt, und dann von anderen hören: »Sei nicht so wankelmütig!«, »Bring doch mal etwas zu Ende!«, »Entscheide dich endlich für eine Sache!«.

Kommt auch dir das bekannt vor?

Ich interessiere mich für sehr viele unterschiedliche Dinge und Themen und teste mich gerne darin aus. Und ziemlich oft mache ich mir selbst später Vorwürfe, weil ich schon wieder drei neue Dinge begonnen habe, ohne die letzten drei abzuschließen.

Inzwischen weiß ich, dass ich eine HSPlerin (Hochsensible Person) und so genannte Scannerin bin und das beschriebene Verhalten offenbar ganz normal für Menschen, die so veranlagt sind.

Ich langweile mich schnell, wenn etwas zur Routine wird und denke dann: Ich weiß jetzt genug über die Sache und kann mich mit etwas anderem beschäftigen.

Das Thema hat mich neugierig gemacht und ich habe viel über Scanner-Persönlichkeiten recherchiert. Dabei bin ich auf einige interessante Bücher gestoßen. Das sind meine Favoriten:

Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast

Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast (Barbara Sher)

Auch mit dem Wissen, dass ich ein Scanner bin, wusste ich erstmal nichts anzufangen. Dieses Buch hat mir geholfen, mich besser zu verstehen. Es hat mir ein Stück weit die Last genommen, mich vor mir selbst und anderen rechtfertigen zu wollen und meine Scannereigenschaft stärker anzunehmen. Meiner Meinung nach für jeden Scanner absolut empfehlenswert und auch für Nicht-Scanner in deren Umfeld sehr aufschlussreich.

Auf viele Arten anders

Auf viele Arten anders (Anne Heintze)

»Ein vielbegabter Mensch ist reich an geistiger Vielfalt und bunter Kreativität. Er kann lernen, sich als außergewöhnliches Individuum zu positionieren, um die vorhandenen Gaben für sich und andere gewinnbringend und sinnstiftend ein- und umzusetzen.« (Anne Heintze)
Das Buch eignet sich zum Einstieg in das Thema und verschafft anfangs einen Überblick, was eine Scannerpersönlichkeit überhaupt ausmacht. Wenn du dich bisher noch nicht damit beschäftigt hast, erlebst du vielleicht den ein oder anderen Aha- oder Ja, genauso geht es mir-Effekt. Interessant ist der Selbst-Test, viele Fallbeispiele anderer Scanner und die Übungen.

Geht ja doch!

Geht ja doch (Cordula Nussbaum)

Wenn du das Gefühl hast, deine Träume sind irgendwo unterwegs verloren gegangen oder du einfach mehr von dem tun willst, was dir Spaß macht und gut tut, dann ist dieses Buch das Richtige für dich. Die Autorin gilt als Expertin im erfolgreichen Selbstmanagement. Anhand fünf zentraler Fragen räumt sie mit verstaubten Glaubenssätzen auf und zeigt dir neue Wege, Blockaden zu überwinden und lang angesammeltes Gerümpel aus dem Kopf zu schaffen. Für mich war das Lesen ein sehr inspirierender Denkanstoß.

Der Weg des Künstlers

Der Weg des Künstlers (Julia Cameron)

Dieses Buch ist ein Arbeitsprogramm, um deine Kreativität zu entfalten. Ein Reiseführer in dein eigenes Inneres. Wenn du dich auf die wiederkehrenden Übungen – Morgenseiten (versuche ich regelmäßig), Künstlertreff (muss ich noch stärker dran arbeiten) etc. – einlässt, öffnen sich dir neue Impulse, um dein kreatives Selbst dauerhaft wachzurütteln und auszuleben. Inspirierend für alle, die mehr Kreativität in ihrem Leben wünschen.

Du kennst weitere empfehlenswerte Bücher für Scanner-Persönlichkeiten, die hier nicht fehlen sollten? Oder hast du selbst als Scanner eine besondere Erfahrung gemacht? Dann hinterlasse doch einen Kommentar.

Ich bin ein Riesenfan von Fachliteratur. Schon als Teenager. Wenn mich ein Thema interessiert, kaufe ich mir etliche Bücher darüber. Das gilt natürlich auch fürs Schreiben.

Es gibt wirklich unendlich viele Schreibratgeber da draußen für unterschiedlichste Ansprüche, für Anfänger und Fortgeschrittene, für Sachbuch- oder Belletristikautoren, genrespezifisch oder allübergreifend. Hier stelle ich dir meine TOP 8 vor:

Das Leben und das Schreiben (Stephen King)

Nachdem ich viel Gutes über dieses Buch – mittlerweile ein Standardwerk – gehört hatte, habe ich es mir ebenfalls gekauft und gelesen. Ich war fasziniert! Der Meister des Horrors beschreibt in seiner Biografie in ehrlichen und deutlichen Worten seinen ganz persönlichen Weg. Die vielen eingestreuten Tipps lassen sich aber auch auf jedes andere Schreibgenre anwenden. Meiner Meinung nach ein Muss für jeden Autor!

Wie man einen verdammt guten Roman schreibt (James N. Frey)

Der Autor erklärt hier auf ausführliche und unterhaltsame Weise die „Basics“ des Schreibens, geht dabei auf alle relevanten Themen wie Figurenentwicklung, den Aufbau von Spannung, Plot und Dialoge ein. Ein gutes Buch für Schreibanfänger, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Story-Turbo (L. C. Frey)

Ein Buch in nur vier Wochen fertig schreiben – ein Traum! Ich habe ehrlich gesagt, nicht daran geglaubt, dass mir dieser Ratgeber wirklich zeigen könnte, wie das geht. Trotzdem war ich neugierig.
Der Autor schafft keinesfalls Illusionen á la: Lies dieses Buch und schon klappt es. Das wäre dumm zu glauben. Aber sein System ist durchaus umsetzbar, auch bei (vermeintlich – es liegt schließlich an uns, wofür wir uns Zeit nehmen) wenig Zeit im Alltag. Mich hat das Buch jedenfalls von Beginn an gefesselt und ich werde es sicher noch ein zweites Mal lesen, um alle Tipps wirklich aufzugreifen.

Fantasy schreiben und veröffentlichen (Sylvia Englert)

Sylvia Englert zeigt dir, worauf es beim Schreiben von Fantasy ankommt. Alles, was du über Subgenres, Ideenfindung, den Bau fantastischer Welten und die Erschaffung spannender Charaktere wissen musst, findest du in diesem Buch. Weil es so verständlich geschrieben ist, eignet es sich auch gut für Schreiber-Neulinge.

Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben (Roy Peter Clark)

Kein Buch, das du mal eben wegliest. Aber eines, in das du immer wieder reinschaust, weil es mit vielen guten Kniffen für das Schreibhandwerk ausgestattet ist. Denn wir wissen ja: Schreiben ist nicht nur Talent, sondern vor allem Handwerk.

Schreiben in Cafés (Natalie Goldberg)

Schreiben – egal wo man ist, egal wann, egal worüber. Darum geht es hier. Das Buch ist kein wirklicher Schreibratgeber, eher eine Sammlung an kreativen Denkanstößen und Schreibübungen. Eine kleine Motivation für alle, die schreiben wollen.

Plot & Struktur (Stephan Waldscheidt)

Ist für mich kein Muss, aber eine gute Ergänzung. Der Autor erläutert schlicht und präzise Tipps und Tricks, um den Plot deines Romans aufzubauen.

So lektorieren Sie Ihre Texte (Sylvia Englert)

Ich betone, dass dieses Buch kein externes Lektorat ersetzt! Du selbst wirst nämlich – ebenso wie ich und wahrscheinlich die meisten Schreiberlinge -, nachdem du deinen Text zig Mal gelesen und überarbeitet hast, sehr blind für noch vorhandene Fehler. Die Autorin gibt dir aber Hinweise, worauf du beim ersten Überarbeiten noch mal ein Auge haben solltest.

Du findest, hier fehlt ein bestimmter Ratgeber? Wie lauten deine TOP Bücher über das Schreibhandwerk?

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