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Oft werde ich als Autorin gefragt, woher die Schreibinspiration für meine Bücher kommt. Die ehrliche Antwort lautet: Die Idee war irgendwann einfach da.

Viele Autoren kennen das sicher. Denn oft ist die Inspiration für unsere Geschichten gar nichts so Außergewöhnliches, sondern etwas recht Banales – ein Gesprächsfetzen, den du unterschwellig aufschnappst, einen Ort, den du während einer Reise besuchst, etwas Flüchtiges im Film oder beim Lesen, das dich berührt und dann eine Weile in dir weiterarbeitet. Es ist kein abrupter einzelner Moment, indem sich eine komplette Geschichte in unserem Gehirn manifestiert. Viel mehr ist es ein leises Flüstern, das durch unseren Geist schwebt, vielleicht wieder abebbt und später etwas lauter wiederkehrt, bis der richtige Augenblick gekommen ist, um die Idee festzuhalten.

Nicht jede erste Idee bleibt in uns haften. Manche tauchen auf und wir lassen sie wieder ziehen. Andere sind so stark, dass wir sie direkt weiterverfolgen. Manchmal wissen wir nicht gleich zu Anfang, ob eine Idee für ein ganzes Buch taugt. Doch wenn sie sich immer wieder in deine Gedanken zurückdrängt, lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.

Schreibinspiration steckt im Leben jedes Einzelnen. Wir schöpfen sie aus den großen wie kleinen Dingen, die wir erleben …

Schreibinspiration finde ich oft im Alltäglichen

Ich bin sicher, wenn ich zum ersten Mal bewusst erwäge, eine Geschichte zu einem bestimmten Thema zu entwickeln, hat die Idee dazu tatsächlich schon eine Zeit lang in mir gearbeitet, ohne dass ich das wahrgenommen habe. Daher fällt mir im Nachhinein schwer zu sagen, was der eine Auslöser war, der mich zum Schreiben inspiriert hat.

Brennende Kerze mit zwei Dochten - Schreibinspiration für Flamme der SeelenDie Schreibinspiration für meine »Flamme der Seelen«-Bücher

Ich erinnere mich nicht an den einen Moment, in dem die Buchidee zur Fantasy-Reihe Flamme der Seelen entstanden ist. Als ich begonnen habe, am ersten Buch Dämmernebel zu schreiben, waren sicher schon viele unbewusste Gedanken dazu durch meinen Kopf geflossen.

Rund um Weihnachten hatte ich damals meine Eltern besucht und in ihrem Wohnzimmer entdeckte ich einen Glaszylinder mit einer großen roten Kerze. Das Glas stand auf dem Boden und als ich von oben darauf herabsah, fiel mir auf, dass die Kerze zwei Dochte besaß – Schreibinspiration klick!

Dieses Bild hat sich mir eingeprägt: Zwei strahlende Lichter, miteinander vereint – die Seelenflamme. Ein Ort, an dem sich die Seelen nach dem Tod finden und gemeinsam in der Ewigkeit überdauern.

Wieder zuhause fing ich an zu schreiben, was die Flamme der Seelen sei, worin ihr Ursprung lag und so erwachte meine Romanwelt Shaendâra zum Leben, über deren Bewohner das Seelenfeuer wachte. Daneben haben mich sicher auch die Texte im Silmarillion, den Nachrichten aus Mittelerde und in die Kinder Húrins bei der Schöpfung meiner Romanwelt beeinflusst (vgl. die Ainur).

Ich denke, die Grundidee meiner Flamme der Seelen – Bücher wirkte jedoch bereits früher in mir: Ein Heranwachsender auf der Suche nach seinen Wurzeln – in dieser Geschichte nach seinem Vater, den er nie kennengelernt hat und dessen Abwesenheit mehr verbirgt, als er je hätte ahnen können. Im Nachhinein betrachtet, befand ich mich Jahre zuvor als Teenager, nach der Scheidung meiner Eltern, vielleicht selbst ein Stück weit auf der Suche nach Wurzeln, die mich hielten. Wenngleich ich persönlich anders als mein Protagonist Elyjas nie auf einen Elternteil verzichten musste.

Wie aus der ersten Schreibinspiration ein Buch entsteht …

Die »Flamme der Seelen«-Trilogie zu schreiben, hat lange gedauert. Länger als ich erwartet oder geplant hatte. Das gilt insbesondere für den dritten Teil, bei dem ich mit einer gewaltigen Schreibblockade zu kämpfen hatte. Weniger wegen der Geschichte an sich, als mit äußeren Umständen, die mich einfach gehindert haben, meine Schreibinspiration und meinen Schreibfluss wiederzufinden (Hier kannst du mehr darüber lesen).

Inzwischen fließen die Worte rasant auf das epische Finale zu und ich bin schon richtig aufgeregt, euch den krönenden Abschluss von Elyjas‘ und Andrûs‘ Abenteuer zu präsentieren. Das wird auf jeden Fall noch einmal richtig spannend.

Seid ihr schon neugierig?

Ein bisschen Geduld müsst ihr noch haben. Aber nicht mehr allzu lange – versprochen!

In Kürze verrate ich mehr. Also schaut mal wieder vorbei …

Du kennst die Flamme der Seelen – Bücher noch nicht? Entdecke sie hier: Dämmernebel | Sturmbeben

Schreibinspiration finden - Ideen für Geschichten

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In vielen spannenden und erfolgreichen Geschichten, Mythen und Sagen tauchen immer wieder archetypische Symbole auf, wie Ungeheuer, Drachen, Geister, Hexen, Alte Weise usw.. Diese Archetypen sind universell verständliche Figuren, mit denen wir uns sofort identifizieren, weil wir ihre Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale wiedererkennen.

Archetypen können im Rahmen des Content Marketings eingesetzt werden, um emotionale Geschichten zu erzählen, die Vertrauen und Sympathie erzeugen.


Was genau sind Archetypen?

Archetypen sind Urbilder oder Persönlichkeitsmerkmale, die mit bestimmten Emotionen und Eigenschaften verknüpft sind und sich im Denken, Fühlen und Verhalten widerspiegeln. Jeder Mensch kombiniert in sich mehrere Archetypen, die fließend ineinander übergehen und ihn unterschiedlich beeinflussen. Eine eindeutige Zuordnung fällt mangels dieser klaren Abgrenzung nicht immer leicht, zumal die Archetypen sich auch weiterentwickeln können. Oft treten sie in Zeiten eines Identitätswandels eines Menschen auf.

Das Konzept der Archetypen stammt von dem Psychologen C. G. Jung, einem Schüler von Sigmund Freud. Nach ihm sind die Archetypen im kollektiven Unbewussten angelegt uns stehen jeweils für eine symbolische Figur. Diese Urmuster der Menschen stimmen weltweit in allen Kulturen überein.

»Die inneren Erscheinungen sind es, die ich als Archetypen bezeichne. Ihren Ursprung kennt man nicht; sie tauchen jederzeit auf, überall in der Welt.« (C. G. Jung, Der Mensch und seine Symbole)

Archteypen für dein Storytelling

Wie viele Archetypen gibt es?

Je nach Interpretationsrichtung lassen sich unterschiedlich viele Archetypen unterscheiden. Manchmal ist die Rede von 12 oder 7 oder 4. Dabei stellt jeder Archetyp ein allgemeines Muster dar, das sich in vielen unterschiedlichen Formen ausdrückt (Tierkreiszeichen, Elementlehre, Enneagramm etc.).

Archetypen können sich konstruktiv aber auch destruktiv zeigen. Sie gehen jeweils sowohl mit Licht- als auch Schattenanteilen der Persönlichkeit einher.

Die 12 meistgenannten Archetypen nach C. G. Jung

DER HELD / DER KÄMPFER

Der Held ist stark, mutig und hilfsbereit. Er stellt sich Herausforderungen und gibt niemals auf. Er beschützt Gutes und bekämpft Böses.

DER MAGIER

Der Magier symbolisiert Macht und Intelligenz. Er macht Dinge möglich, die andere für unmöglich halten. Er ist ein Visionär, der die Regeln des Universums verstehen und die Welt zum Guten verwandeln will. Dabei wächst und verändert er sich ununterbrochen.

DER WEISE / DER MENTOR

Dem Weisen geht es vor allem um die Wahrheit. Er steht für Wissen, handelt richtungsweisend und ist in Geschichten oftmals als Mentor anzutreffen, der seine Erfahrungen weitergibt. Der Weise ist nachdenklich und nutzt seine analytischen Fähigkeiten, um die Welt zu erkennen und zu verstehen.

DER NARR

Der Narr sucht das Vergnügen und will das Leben genießen. Er nimmt sich nie ernst und lacht gern über sich selbst. Dem Narren ist die Sympathie anderer Menschen wichtig, deshalb unterhält er andere mit seinem Witz und Humor. Er neigt dazu, die Fassade anderer Menschen einzureißen und entlarvt deren Ego.

DER UNSCHULDIGE

Der Unschuldige sieht in allem das Gute. Er ist neugierig, spontan und optimistisch aber auch kindlich naiv. Er möchte sich in seinem Umfeld wohlfühlen und anderen Menschen gefallen, um das Gefühl zu bekommen, dazuzugehören. Seine wichtigsten Werte sind Glück und Vertrauen.

DER HERRSCHER / DER KÖNIG

Er steht für mächtige Autorität, Stärke, Respekt und Disziplin.

Der Herrscher strebt nach Kontrolle und Macht, versucht beides aber für Gutes zu nutzen. Ein hohes Verantwortungsbewusstsein und das Bedürfnis nach Sicherheit zeichnen ihn aus. Er ist standfest und sieht sich als denjenigen, der die Führung übernehmen sollte, um positive Veränderungen herbeizuführen.

Ins Negative umgekehrt, tritt er stark kontrollsüchtig in Erscheinung.

DER ENTDECKER

Der Entdecker muss hinaus in die Welt und ist stets offen für ein neues Abenteuer. Er geht auf Reisen und liebt, neue Dinge auszuprobieren und mehr (über sich selbst) zu erfahren. Der Entdecker legt großen Wert auf Unabhängigkeit und möchte ein erfülltes Leben führen. Dazu sucht er immer wieder nach neuen Wegen und Möglichkeiten, manchmal zu perfektionistisch, weshalb er selten zufrieden ist.

DER BESCHÜTZER / DER FÜRSORGLICHE

Der Beschützer kümmert sich fürsorglich und einfühlsam um andere. Er will helfen und unterstützen und andere vor Schaden bewahren. Damit stellt er einen Aspekt des Mutter-Archetyps dar. Denn die Mutter ist die Quelle von Liebe, Nahrung und Sicherheit.

Schlägt dieses archetypische Bild ins Negative um, wirkt es sehr einnehmend und geradezu verschlingend.

DER SCHÖPFER

Der Schöpfer ist kreativ und einfallsreich. Er will die Dinge verändern und Neues erschaffen. Er ist ein Erfinder, Erbauer und Künstler mit einer Vision, die er zum Leben erwecken will.

DER REBELL

Das Motto des Rebellen lautet »Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden«. Der Rebell lässt sich nicht in soziale Muster pressen, er widersetzt sich, provoziert, überschreitet immer wieder Grenzen und leitet Revolutionen ein. Er will sich und die Welt verändern, wobei sein Vorgehen oft radikal ist.

DER JEDERMANN

Der Jedermann ist bodenständig, unauffällig und zuverlässig. Er passt sich seinem Umfeld an und ist ein loyaler Begleiter.

DER LIEBENDE

Der Liebende ist leidenschaftlich und verführerisch. Er gibt anderen das Gefühl, einzigartig zu sein und vermittelt Geborgenheit und Nähe.

Storytelling mit Archetypen

Das Konzept der 4 Archetypen

DAS SELBST

Das Selbst stellt den Archetypen aller Archetypen dar. Die Vereinheitlichung der menschlichen Psyche und das Ganze, nach dem wir streben.

ANIMA UND ANIMUS

Die Anima ist der weibliche Anteil in der männlichen Psyche. Symbolisiert wird er oft durch die Mutter, die Beschützerin, die Fee, Prinzessin oder Nymphe.

Der Animus stellt den männliche Part in der weiblichen Psyche dar. Er wird oft durch den Magier, den Helden oder den Prinzen symbolisiert.

DER SCHATTEN

Der Schatten umfasst unbewusste Teile unserer Persönlichkeit, die der eigenen Vorstellung von uns widersprechen. Er wirkt bedrohlich und furchterregend. Der Schatten wird häufig als Feind, Rivale, Dämon und Widersacher dargestellt.

Beispiele sind Dr. Jekyll und Mr. Hyde oder die böse Stiefmutter in Schneewittchen.

DIE PERSONA

Die Persona ist die Maske, die wir der Außenwelt von uns zeigen und die sich den sozialen Erwartungen und Normen anpasst. Es ist das Bild, das andere von uns sehen sollen.

Archetypen in der Heldenreise

Die folgenden 7 Archetypen treten am häufigsten in der Heldenreise auf. Ihre jeweilige Funktion zu kennen, hilft, den Prozess besser zu verstehen:

HELD

Die zentrale Funktion des Helden ist die Entwicklung seines Charakters.

MENTOR

Er motiviert den Helden und hilft ihm bei der Überwindung seiner Angst.

SCHWELLENHÜTER

Schwellenhüter treten auf die Bildfläche, wenn der Held einen (weiteren) Schritt in die neue Welt machen will. Ihre Funktion ist, zu prüfen, ob der Held tatsächlich schon so weit ist.

HEROLD

Der Herold überbringt den Ruf zum Abenteuer. Er kündigt Herausforderungen und Wandlungen an.

GESTALTWANDLER

Der Gestaltwandler führt den Helden in die Irre und schürt Zweifel in ihm.

SCHATTEN

Der Schatten spiegelt das, was der Held selbst nicht von sich sehen will und was er verdrängt hat. Es sind die Aspekte, die er in seine Persönlichkeit integrieren muss, um Heilung zu erfahren.

TRICKSTER

Der Trickster ist der komische Begleiter des Helden, der innerhalb der Spannungskurve der Geschichte für Entspannung sorgt. Er wirkt oft als Katalysator und verändert den Helden und andere Figuren, ohne sich dabei selbst zu verändern.

Schau dir auch diesen Blogbeitrag über Storytelling an: Die Heldenreise – Spannende Geschichten erzählen

Die Archetypen für deine Romanfiguren nutzen

Wenn du dich nun beim Schreiben deines Romans an den Archetypen orientierst und prüfst, welche »Rollen« in deiner Geschichte besetzt werden können, gewinnen deine Figuren an Tiefe und werden greifbarer.

Die Kunst liegt nämlich darin, deinen Charakteren trotz ihres jeweiligen archetypischen Ursprungs jeweils individuelle Eigenschaften zu verleihen, die für überraschende Wendungen sorgen und die Geschichte dadurch zu mehr Leben erwecken. Beispielsweise kannst du die Erwartungen deiner Leser im Hinblick auf die archetypischen Stärken und Schwächen deiner Figur in manchen Aspekten erfüllen und in anderen ganz bewusst widerlegen. So werden deine Figuren dreidimensional.

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Jeder Mensch kann zum Helden werden, wenn er seinem inneren Ruf und damit seiner Bestimmung folgt. Das Konzept der Heldenreise eignet sich für dein privates Leben und deine persönliche Entwicklung und ist zugleich ein Grundmuster, um spannende Geschichten zu erzählen.

Denn der innere Kampf zwischen dem Wunsch nach Veränderung und dem gleichzeitigen Bedürfnis nach Sicherheit beschreibt den Grundkonflikt jedes Menschen. Das kennst du vielleicht selbst – die tiefe Sehnsucht in dir, die du aus Angst verdrängst. Deine innere Stimme, die du zum Verstummen bringst, weil du zweifelst.

Aber was genau ist die Heldenreise?


Die Heldenreise: Grundmuster für Geschichten, aus denen wir lernen

Der Mythenforscher Joseph Campbell (1904-1987) entdeckte, dass die überlieferten Geschichten der Naturvölker, die er besuchte, alle auf einem identischen Grundmuster beruhten und bestimmte Elemente und Geschehnisse immer wieder darin auftauchen. Daraus leitete Campbell 17 Phasen oder Entwicklungsstufen (die »Heldenreise«) ab, die auf dem Weg zum Helden eine Rolle spielen.

Christopher Vogler, Mitarbeiter des Filmdepartments an der University of Southern California, erkannte die Bedeutung des Konzepts der Heldenreise und verfasste basierend auf Campbells Modell einen Zyklus der Heldenfahrt in 12 Schritten. Das Modell wurde für Drehbuchautoren entwickelt, eignet sich aber ebenso für Autoren von Romanen. Voglers Buch »Die Odyssee des Drehbuchschreibers« ist für jeden Schreibenden lesenswert.


Zahlreiche Bücher und Filme basieren auf dem Konzept der Heldenreise, zum Beispiel Der kleine Hobbit und Herr der Ringe, Der König der Löwen, Harry Potter oder Star Wars.

Bis heute nutzen Autor*innen dieses Werkzeug, um beim Plotten und Überarbeiten von Romanen einen hohen Spannungsbogen zu erzeugen.

Die Stationen der Heldenreise

Station #1 – Die alte Welt / Die gewohnte Welt

Ausgangspunkt ist die gewohnte und oft langweilige Welt, in welcher die Hauptfigur lebt. Denn am Anfang muss der Leser erfahren, wie der Alltag der Hauptfigur aussieht.

Die Hauptfigur kann sich in ihrem bisherigen Leben durchaus wohl fühlen (z. B. Bilbo Beutlin in Der Hobbit) oder auch nicht (z. B. Harry Potter bei seinen Stiefeltern).

Außerdem muss irgendein Mangel erkennbar werden, der in der gewohnten Welt oft schon dadurch vorhanden ist, weil alles täglich »im Trott« und ganz ohne Spannung und neue Herausforderungen abläuft. Mängel können aber auch zum Beispiel in Bezug auf Sicherheit, Nahrung, Liebe oder Geld auftreten. Für weitere Eindrücke schau dir die Bedürfnispyramide nach Maslow an.

Station #2 – Der Ruf des Abenteuers / Das Erscheinen eines Herolds

Plötzlich passiert etwas!

Ein Ereignis reißt die Figur aus ihrer gewohnten Alltagsroutine. Das kann etwas ganz Offensichtliches sein oder eher versteckt geschehen. Im kleinen Hobbit sagt Gandalf zu Bilbo, er suche jemanden für ein Abenteuer. Bei Harry Potter fängt es mit den Briefen an, die wortwörtlich ins Haus flattern und ihn neugierig machen.

Zum ersten Mal denkt die Figur darüber nach, wie ihr Leben anders aussehen könnte.

Station #3 – Die Verweigerung des Rufs

Die Figur ahnt, dass das Abenteuer große Veränderungen und Herausforderungen mit sich bringt. Aus Unsicherheit zögert sie, denn sie will das sichere und bekannte Leben nicht aufgeben. Schließlich könnte sie auch scheitern. Diese Angst ist ganz normal.

Manchmal hindern die Figur auch äußere Widerstände. Zum Beispiel könnten Menschen im Umfeld des Helden versuchen, ihn zu überzeugen, das Abenteuer nicht anzutreten. Denn in der gewohnten Welt hat der Held sich seiner Rolle angepasst. Andere können ihn gut einschätzen. Falls der Held aber das Abenteuer beginnt, bricht er mit dieser Rolle und wird er für andere schwer kalkulierbar.

Station #4 – Die Begegnung mit dem Mentor

Der Held ist unentschlossen. Er hört den Ruf, kann ihm aber nicht folgen, weil ihn irgendetwas hindert. Oft tritt an dieser Stelle ein Mentor auf, der die alte und die neue Welt kennt und über viel Erfahrung und großes Wissen verfügt.

Der Mentor hilft dem Helden, die richtige Entscheidung zu treffen, und handelt dabei völlig selbstlos.

Im weiteren Verlauf kann es auch mehrere Lehrer geben, die dem Helden zur Seite stehen.

Station #5 – Der erste Schritt / Das Überschreiten der Schwelle

Hier beginnt das Abenteuer.

Der Held muss diesen Schritt machen, um die Geschichte überhaupt interessant werden zu lassen. Er tut etwas Unwiderrufliches und übertritt damit eine Schwelle. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Station #6 – Erste Probleme, Verbündete und Feinde

Die Figur dringt immer weiter in unbekanntes Gebiet vor. Sie muss sich in der »neuen« Welt zurechtfinden und deren Regeln erst kennenlernen. Auf dem Weg begegnen der Figur neue Freunde und Gegner, wobei sich das eine im Nachhinein auch als das andere herausstellen kann.

Der Held muss erste Probleme bewältigen und wird dabei immer wieder mit seiner Angst vor dem Versagen konfrontiert. Trotzdem gibt er nicht auf und wächst an diesen Prüfungen.

Station #7 – Vordringen zur tiefsten Höhle / Die Erkenntnis

Der Held kennt die neue Welt jetzt schon ganz gut. Die Probleme werden größer und die Konflikte spitzen sich zu.

Irgendwann gelangt der Held an den Punkt, an dem er das volle Ausmaß seiner Aufgabe begreift und dass es jetzt richtig übel wird. Der Held erkennt jetzt seinen Gegner, entweder in Form einer anderen Figur oder als inneren Konflikt.

Die tiefsten Abgründe tun sich vor ihm auf und seine Angst nimmt gewaltig zu. Er kann nicht mehr zurück.

Station #8 – Die entscheidende Kampf

Erneut spitzen sich alle Konflikte zu. Der Held kämpft mit seinem größten Feind und dieser Kampf wird ein weiteres Mal alles verändern, was bisher galt. Es kommt zum Showdown.

Hinter dieser Prüfung steckt das Geheimnis: Helden müssen »sterben«, damit sie wiedergeboren werden können. Du musst also bereit sein, dein altes Leben aufzugeben, um ein neues Leben zu erschaffen.

Letztlich gelingt dem Helden der Sieg über den Feind. Und je verletzter er zuvor war, desto stärker ist er aus dem Kampf hervorgegangen.

Station #9 – Belohnung: Der Held bekommt den Schatz

Der Held hat den Gegner besiegt und darf als Belohnung den Schatz in Empfang nehmen. Das kann sowohl ein Gegenstand als auch Wissen oder ein Mensch, den er für sich gewinnt, sein.

Station #10 – Rückkehr in die gewohnte Welt

Ein langer Weg liegt hinter dem Helden. Er ist gereift und hat sich verändert. Jetzt tritt er den Rückweg in die alte und gewohnte Welt an, was neue Ängste und Zweifel in ihm schürt. Wie wird die alte Umgebung auf ihn reagieren? Wie wird er selbst nach all den Erlebnissen in der alten Welt zurechtkommen? Passt das alte Leben noch zu ihm? Er ist nicht mehr der Mensch, der er zu Beginn seiner Reise war.

Station #11 – Auferstehung des Helden / Die endgültige Verwandlung

Die Aufgaben und Prüfungen, die der Held auf seiner Reise überwunden hat, haben ihn innerlich wachsen lassen. Er ist zu einer neuen Persönlichkeit gereift.

Die Konfrontation mit der alten gewohnten Welt führt dem Helden vor Augen, dass er dort nicht mehr sein will. Er widmet sich nur noch der neuen Welt. Seine guten Eigenschaften, die schon immer in ihm vorhanden waren, sind durch Lektionen gestärkt worden. Die negativen Eigenschaften hat der Held abgelegt.

Die Verwandlung ist abgeschlossen. Es kommt zum Happy End!

Station #12 – Das »Elixier«

Am Ende hat der Held das erreicht, was er sich in Phase 1 so sehr gewünscht hat.

Er hat etwas Entscheidendes von seiner langen Reise mitgebracht und das »Elixier« gewonnen. Dabei kann es sich um Erfahrung, Wissen, Macht, einen Schatz etc. handeln.

Heldenreise als Muster für deinen Roman

12 Heldenschritte und 3 Akte

Du hast sicher schon einmal vom klassischen Aufbau einer Geschichte mit Anfang, Mitte und Ende gehört, also vom Storytelling in drei Akten. Legst du beide Konzepte übereinander, teilt sich das wie folgt auf:

Anfang / Einleitung

  • Die alte Welt / Die gewohnte Welt
  • Der Ruf des Abenteuers / Das Erscheinen eines Herolds
  • Die Verweigerung des Rufs
  • Die Begegnung mit dem Mentor

Mitte / Hauptteil

  • Der erste Schritt / Das Überschreiten der Schwelle
  • Erste Probleme, Vergündete und Feinde
  • Vordringen zur tiefsten Höhle / Die Erkenntnis
  • Der entscheidende Kampf
  • Belohnung: Der Held bekommt den Schatz

Ende / Schlussteil

  • Rückkehr in die gewohnte Welt
  • Auferstehung des Helden / Die endgültige Verwandlung
  • Das »Elixier«

Die Heldenreise des Autors

Auch der Autor selbst erlebt beim Schreiben seine eigene Heldenreise, auf der er mit Zweifeln, Rückschlägen und Blockaden konfrontiert wird. Schreibe ich gut oder originell genug? Will das überhaupt jemand lesen? Wie soll ich das Buch jemals fertigstellen? Ich habe doch überhaupt keine Zeit dafür. Was, wenn es niemand kauft?

Am Ende steht ihm kein äußerer Widersacher gegenüber, den er vernichten muss. Vielmehr lernt der Autor seinen inneren Schatten beim Schreibprozess immer besser kennen und muss diesen letztlich in seine Persönlichkeit integrieren.

Nachwort

Natürlich ist die Heldenreise kein einmaliges Konzept. Vor allem im wahren Leben ist niemand ewig glücklich und zufrieden, selbst wenn er bereits einmal Stufe 12 erreicht hat. Irgendwann treten neue Mängel oder Sehnsüchte auf. Dann beginnt ein neues Abenteuer mit weiteren Prüfungen und Hindernissen, die zu bewältigen sind, um gestärkt daraus hervorzugehen.

Einen informativen Radiobeitrag zur Heldenreise als Dramenmodell findest du auf den Seiten des Bayerischen Rundfunks: »Die Heldenreise – Typologie einer Erzählung«.

Und hier kannst du dir noch einmal die 12 Stufen der Heldenreise (PDF) herunterladen.

Beim Fantasy schreiben ist Magie oft ein wesentlicher Bestandteil und in fantastischen Welten ist viel Unvorstellbares möglich. Doch auch Magie sollte ein paar Regeln besitzen. Aber wie entwickelst du ein Magiesystem für deine Fantasy-Geschichte?

Beantworte dir dazu ein paar grundlegende Fragen:

Fantasy schreiben: Woher kommt die Magie in deiner Welt? Wo liegt ihr Ursprung?

  • Sind magische Fähigkeiten angeboren (dann frage dich, zu welchem Zeitpunkt / in welchem Alter sich die Magie erstmals spürbar macht) oder werden sie erlernt?
  • Ist Magie das Geschenk einer Göttin bzw. eines Gottes
  • Wird die Magie aus der Umgebung / aus der Natur gezogen (z. B. bei Elementarmagie)?
  • Hängt die Magie vom Gebrauch eines besonderen Gegenstandes ab?
  • Seit wann gibt es Magie in deiner Welt?

Wer kann in deiner Fantasywelt überhaupt Magie ausüben?

  • Ist die Magie nur Wenigen vorbehalten, zum Beispiel bestimmten übernatürlichen Wesen wie Elfen, Drachen, Zwergen oder Trollen oder gar einem einzelnen Auserwählten?
  • Kann jeder Magie ausüben?

Wie wird Magie angewendet?

  • Einen Zauberstab, ein Amulett, eine Waffe oder einen anderen Gegenstand?
  • Müssen bestimmte Rituale oder Beschwörungen ausgeführt werden?
  • Spricht man bestimmte Zaubersprüche?
  • Nutzt man Zaubertränke?
  • Sind die magischen Kräfte von Emotionen geprägt? Werden sie durch diese beeinflusst?

Fantasy schreiben – Magische Vielfalt erschaffen

Meist entwickelst du beim Fantasy schreiben die Magie nicht nur in einer einzigen Form. Welche Arten von Magie treten in deiner Welt in Erscheinung?

  • Elementarmagie (Beeinflussung von Feuer, Wasser, Luft und Erde)
  • Naturmagie (steht in Verbindung mit bestimmten Naturwesen oder -materialien)
  • Mentale Magie (Manipulation von Gedanken, Geist und Wille anderer)
  • Physische Magie (z. B. Erschaffen von Gegenständen durch Visualisierung)
  • Runenmagie (z. B. zur Deutung von Ereignissen und Vorhersage der Zukunft)
  • Namensmagie (Kontrolle über einen Menschen oder ein Wesen durch Benennung seines wahren Namens)

Welche Grenzen kennt die Magie?

Durch grenzenlose Magie gäbe es in deinem Roman keinen Konflikt und somit keinen Plot! Magie darf niemals alle Probleme lösen! Hier sind einige Beispiele für Einschränkungen:

  • Magie braucht sehr viel Übung und Geschick
  • Die Magie ist an bestimmte Orte gebunden
  • Bestimmte Zauberformeln sind unbekannt, weil sie z. B. in einer fremdartigen Sprache gesprochen werden müssen
  • Gewisse Artefakte fehlen oder erlauben nur eine spezifische Art von Magie
  • Einiges bleibt trotz Magie einfach unmöglich (z. B. kann man keine Toten lebendig machen)

Was sind die Konsequenzen von Magie?

  • Erschöpft sich die Magie, je häufiger man sie nutzt? Wie wirkt sich das auf die Welt aus?
  • Kann man die Magie verlieren, zum Beispiel durch hohes Alter, Zaubersprüche, Flüche usw.? Bleibt sie dann für immer verloren oder lässt sich die Magie zurückgewinnen? Wie?
  • Welchen Preis zahlt der Magier bzw. die Magierin dafür, dass er oder sie Magie nutzt (z. B. schnelleres Altern, Kraftlosigkeit, Gefahr zu sterben, Verfolgung durch andere)?
  • Gibt es schädliche Magie?
  • Existieren Umstände, in denen Magie besser nicht genutzt werden sollte?

Wie wird Magie in deiner Welt angesehen?

  • Wie reagieren diejenigen, die keine Magie ausüben können? Welche Erfahrungen mit Magie wurden gemacht?
  • Werden Magiekundige gejagt und verfolgt?
  • Muss Magie versteckt werden oder wird sie als etwas Besonderes geschätzt?
  • Wird Magie in Tempeln oder Schulen unterrichtet?
  • Gibt es Berufe, für die Magie benötigt wird? Werden Magiekundige zu Rate gezogen?
  • Welchen Einfluss hat Magie im Krieg?

Wie ist die Magie »organisiert«?

  • Gibt es z. B. verschiedene Gilden, Orden oder Zirkel?
  • Welche Rangordnung und Hierarchiestufen gibt es unter den Magiekundigen, also beispielsweise Erzmagier, Großmagier, Gelehrte, Lehrlinge, Anwärter etc.? Wodurch sind diese erkennbar (verschiedene Farben, Accessoires etc.)?
Fantasy schreiben - Die Magie erschaffen

Hier kannst du dir die Fragen noch mal als PDF herunterladen: Fantasy schreiben – So entwickelst du ein Magiesystem (Arbeitsblatt)

Beim Fantasy schreiben werden dir sicher viele Ideen für Magie und Zauberei einfallen. Entwickle dein Magiesystem hier wirklich detailliert und integriere es nachvollziehbar in deine Fantasy-Kultur. Die Geschöpfe in deiner Welt haben bereits Erfahrungen mit der Magie gemacht – ganz egal ob gute oder schlechte – das muss man auf jeden Fall merken. Lass sie also Mythen, Legenden und Geschichten erzählen.

Und nun viel Spaß beim magischen Experimentieren!

Du suchst weitere Tipps über das Fantasy schreiben?

Mehr Tipps zum Erschaffen deiner eigenen Fantasywelt findest du in diesem Artikel.

Und hier habe ich noch einen Buchtipp zum Fantasy schreiben.

In einer Fantasywelt ist doch alles erlaubt, eben weil sie fantastisch sind und weil in ihnen vieles existiert, das in unserer alltäglichen Welt nicht möglich ist. Oder doch nicht?

Fantasywelt – Ist alles erlaubt?

Auch in Fantasy-Welten muss es Regeln geben. Nicht alles darf möglich sein. Schon gar nicht ohne Begründung. Es wird deinen Lesern schwerfallen, zu akzeptieren, wenn du ihnen das Geschehen lediglich damit begründest, dass das in deiner Welt halt so funktioniert.

Die Regeln, die du aufstellst, sollten sich auch in jedem Fall bis zum Ende hin durchziehen. Außer es passiert irgendeine deine gesamte Fantasywelt betreffende globale Katastrophe, die sämtliche Magieregeln und Zauberkräfte unterbindet. Aber das dürfte wohl eine sehr seltene Ausnahme sein!

Wenn etwas über zwei Drittel deines Romans gegolten hat und ab der nächsten Seite plötzlich nicht mehr, erscheint das wenig glaubwürdig, außer du erklärst stimmig, warum das so ist (siehe das obige Beispiel).

Aber insbesondere im Falle von Magie solltest du als Autor bestimmte Gesetzmäßigkeiten und Regeln definieren. Magie sollte stets nur als Hilfsmittel dienen, aber keinesfalls selbst die Lösung sein, mit der am Ende alle Probleme und Hindernisse quasi per Fingerschnipp beseitigt werden. Wer in deiner Geschichte zum Beispiel gut zaubern kann, hat dafür sicherlich andere Schwächen – wie jeder Mensch Stärken und Schwächen besitzt. Es sollte nicht auf »Ist halt Magie, da ist alles möglich« hinauslaufen.

Leser, die deine Fantasywelt betreten, wollen Neues entdecken. Dinge, die in unserer realen Welt nicht existieren. Daher ist es nicht falsch, die gängigen Klischees des Fantasygenres zu vermeiden und sich etwas eigenes, originelles zu überlegen. Doch übertreibe dabei nicht und erfinde nicht jedes Detail neu. Denn das wirkt schnell gezwungen. Vertraute Fantasy-Elemente ermöglichen deinen Lesern, sich leichter auf deine Welt einzulassen, denn sie verbinden mit ihnen bereits bestimmte Erwartungen. Umso überraschter werden sie dann sein, wenn du an einigen Stellen auf originelle Weise abweichst und mit den Klischees brichst.

Weltenbau - So erschaffst du eine glaubwürdige Fantasywelt

Dein Fahrplan zur eigenen Fantasywelt

Im Folgenden stelle ich dir noch einige Punkte vor, zu denen du dir Gedanken machen solltest. Durch die Beantwortung kannst du Schritt für Schritt deine eigene Fantasywelt erschaffen.

Schöpfungsmythos –  Der Ursprung deiner Fantasywelt

  1. Wie ist deine Welt entstanden?
  2. Gibt es Götter oder eine kosmische Kraft? Hält deren Wirken in deiner Welt an oder vergeht es?
  3. Existiert eine Verbindung zu unserer realen Welt?

Die Entwicklungsgeschichte

  1. Wie viele Zeitalter hat deine Welt bereits durchlaufen?
  2. Welche wesentlichen Ereignisse haben stattgefunden?

Ökologie, Flora und Fauna deiner Fantasywelt

  1. Wie ist das Klima in den einzelnen Gebieten deiner Welt? Ähnelt es den Klimazonen unserer Welt (Polarregionen, gemäßigte Zone, Subtropen, Tropen)?
  2. Welche Jahreszeiten herrschen? Welche Tag- und Nachtzyklen?
  3. Gibt es geografische Merkmale und Landschaften, die charakteristisch für deine Welt sind?
  4. Wie sind Rohstoffe und natürliche Ressourcen verteilt?
  5. Existieren Landmassen und Meere, Gebirge, Inseln, Flüsse, Seen, Wüsten oder Feuchtgebiete?
  6. Welche Lebensräume für Tiere und Pflanzen gibt es?
  7. Wie leben verschiedene Arten und wovon ernähren sie sich?
  8. Gibt es magische oder mystische Geschöpfe? Sind sie Teil des natürlichen Ökosystems oder gelangen sie auf andere Weise in deine Welt?

Systeme in deiner Fantasywelt – Kultur und Gesellschaft

  1. Welche Kulturen bzw. Rassen leben in deiner Welt und was ist ihre jeweilige Rolle?
  2. Wie definiert sich ihre jeweilige Gegenwart in die »Lebensspanne« der Welt?
  3. Existieren Hochkulturen? Wie haben sie sich entwickelt?
  4. Welche Kulturen hatten oder haben besonderen Einfluss auf große Teile oder Errungenschaften deiner Welt?
  5. Wie sieht das Gesamt-Gesellschaftssystem aus (z. B. Stämme, Clangemeinschaften, Großfamilien)?
  6. Wie sind die einzelnen Kulturen sozial strukturiert? Gibt es unterschiedliche Schichten (z. B. Stände, Kastensystem)?
  7. Was ist ihr Glauben / ihre Religion? Gibt es Propheten, Priester, Tempel? Existieren unterschiedliche Religionsströme?
  8. Falls es Götter gibt, wie kommunizieren Gläubige mit ihnen?
  9. Wie funktionieren Machtsystem und die Regierung (Erbfolge, Wissen, Stärke, demokratische Wahlen)?
  10. Welche Werte sind besonders wichtig?
  11. Kommen bestimmte Bräuche vor?
  12. Was für einen Stellenwert besitzen Bildung, Sprache und Kunst?
  13. Wie sieht das Leben eines Durchschnittsbürgers aus?

Technik, Wissenschaft und Magie:

  1. Welche Kräfte wirken in deiner Fantasy-Welt und wie stehen diese zueinander?
  2. Welche Fortschritte und Entwicklungen wurden errungen?
  3. Wie weit liegen die fortschrittlichsten und die primitivsten Zivilisationen auseinander?
  4. Wie wird Wissen bewahrt und weitergegeben?
  5. Existiert Magie? Ist sie alltäglich?
  6. Wer übt Magie aus?

Ich hoffe, dir mit diesen Tipps einige Impulse gegeben zu haben, um eine glaubwürdige Fantasywelt zu erschaffen.

Wenn du weitere Infos suchst, kann ich dir dieses Buch über das Fantasy schreiben empfehlen und hier habe ich noch einen Blogartikel zum Thema Fantasywelt und Magiesystem für dich:

Du willst einen Roman schreiben? Glückwunsch! Dazu kann ich dir nur gratulieren. Ein wirklich spannendes und spaßiges Abenteuer liegt vor dir. Auch wenn du gerade erst anfängst, werden dir die folgenden 15 Tipps für bessere Romane sicher hilfreich sein.

Vielleicht bist du aber auch schon fertig und hast dein Werk nach langer, liebevoller und manchmal nervenaufreibender Arbeit endlich vollendet. Auch in diesem Fall: Herzlichen Glückwunsch! Ich erinnere mich, wie toll es sich angefühlt hat, als ich selbst zum ersten Mal das Wort »Ende« unter ein Manuskript geschrieben habe.

Allerdings … da fehlt noch etwas.

Roman schreiben: Der große Hausputz für besseren Schreibstil

Mein Roman ist fertig. Oder doch nicht?

Trotz aller Freude und Mühen – noch ist nicht der Zeitpunkt, an dem du dich von deinen Romanfiguren verabschiedest. Du hast ihnen das Haus gebaut, den Rohbau sozusagen. Aber noch ist das Dach nicht gedeckt, die Wände nicht tapeziert und es fehlen noch die bequemen Möbelstücke. Zuerst musst du noch ein bisschen dekorieren, damit sich deine Figuren – und ihre Gäste (deine Leser!) auch richtig wohl darin fühlen können.

Zum Schluss darfst du deinen Figuren auch noch ein paar letzte Streicheleinheiten schenken, bevor du sie in die große Welt hinausschickst.

15 Tipps um bessere Romane zu schreiben

Diese 15 Schreibtipps verbessern deinen Roman

All dein Herzblut und deine Leidenschaft sind bereits in deine Geschichte eingeflossen. Voller Vorfreude richtest du nun an, um Gäste in dein Haus zu laden.

Mit den Schreibtipps, die ich dir jetzt nenne, streichst du die rauen Stellen glatt, polierst die Fenster und verleihst deinem Haus Raum für Raum den letzten Feinschliff.

Wie fängst du also am besten an?

Tipp #1 Schaffe den nötigen Abstand zu deinem Roman

Jede Überarbeitung startet mit Distanz.

Wenn du wochen-, monate- oder gar jahrelang an deinem Roman geschrieben hast, steckst du zu tief in deiner Geschichte drin, um sofort ans Überarbeiten zu gehen.

Du benötigst Abstand, um die Instrumente für den Feinschliff an den richtigen Stellen ansetzen zu können, mindestens vier bis sechs Wochen.

Leg dein Manuskript beiseite und beschäftige dich mit etwas anderem. Schreibe an einem neuen Roman, überarbeite ein Buch, zu dem du den nötigen Abstand bereits hast oder fahre in den Urlaub.

Danach kannst du mit den kritischen Augen eines Lesers an deinen Text gehen.

Tipp #2 Befreie deinen Roman von Füllwörtern

Füllwörter besitzen keine Funktion im Text und sind darum überflüssig. Wenn du sie streichst, wird sie niemand in deinem Roman vermissen. Im Gegenteil wirkt der Satz ohne sie schlanker und kraftvoller.

Füllwörter, die sich oft wie von allein in den Text schleichen, sind z. B. ja, doch, irgendwie, eigentlich, ganz, mal, natürlich, nun oder allerdings.

Du brauchst sie nicht. Darum ein ganz dringender Tipp: Schmeiß sie raus!

Tipp #3 Vermeide Nominalstil und Substantivierungen

Prüfe deinen Text einmal auf die Endung -ung. Wie oft kommt sie in deinem Roman vor?

Wir lieben es offenbar sogenannte Substantivierungen, also die Bildung eines Substantivs aus einem anderen Wort, meist einem Verb oder Adjektiv. Das mag in wissenschaftlichen Texten okay sein, für alle anderen Texte ist ein Übermaß davon der Tod. Also ganz wichtiger Tipp: Vermeide sie beim Roman schreiben.

Tipp #4 Bessere Romane schreiben mit originellen Metaphern und Vergleichen

Ewig zerkaute Redewendungen wie »nach der Nadel im Heuhaufen suchen«, »mit Ach und Krach«, »wie die Katze um den heißen Brei herumschleichen«, »wie Schuppen von den Augen fallen«, »Blut und Wasser schwitzen« und ähnliche sind uns so geläufig, dass sie uns leider immer als Erstes einfallen.

Wenn du einen besseren Roman schreiben willst, spüre diese abgedroschenen Ausdrücke auf und ersetze sie durch originellere Redewendungen. Erfinde für deine Geschichte doch einfach mal ein paar ganz neue.

Tipp #5 Streiche nichtssagende Adjektive und Adverbien

Sei dabei wirklich streng mit dir und prüfe, welche Adjektive und Adverbien unnötig deinen Text aufblähen. Entferne sie!

Ein passendes Adjektiv am rechten Ort ist wunderbar und löst Bilder im Kopf aus. Darum frage dich im zweiten Schritt, wo du vielleicht ein Adjektiv hinzufügen könntest, um die Szenen deines Romans bildhafter und präziser zu gestalten.

Tipp #6 Schreibe abwechslungsreiche Satzanfänge in deinem Roman

Beginne nicht jeden Satz in deinem Roman auf die gleiche Weise. Wenn mehrere Sätze hintereinander z. B. mit »Der/Die/Das« oder »Ich« beginnen, solltest du die Sätze dringend umstellen.

Um mehr Abwechslung zu erreichen, ist es in Ordnung, einen Satz mit einem Adjektiv oder mit einer Konjunktion (aber, doch, denn, oder, und, …) zu beginnen.

Achte aber auch hier auf die Dosis und nutze dieses Stilmittel nicht zu oft.

Tipp #7 Kürze zu lange Sätze

Ebenfalls ein Tipp, für den deine Leser sehr dankbar sein werden.

Denn mehrfach verschachtelte Sätze, die über vier oder fünf Zeilen gehen, erschweren das Lesen. Ersetze darum das ein oder andere Komma lieber durch einen Punkt und mach aus einem langen zwei kurze Sätze.

Tipp #8 Streiche Offensichtliches und Überflüssiges

Beispiel: Er griff mit der Hand nach der Tasse.

Ja, womit sonst? Wenn er nicht höchst talentiert mit den Zehen oder einer Zange nach der Tasse greift, erübrigt es sich, das zu erwähnen.

Beispiel: Sie hob das Glas, um daraus zu trinken.

Auch hier ist der Teilsatz ›um …‹ überflüssig und du kannst ihn streichen. Anders wäre es, wenn sie das Glas stattdessen aus dem Fenster schmeißen wollte. In dem Fall solltest du es erwähnen.

Tipp #9 Dein Roman ›selbst‹ ist nicht ›direkt‹ gut

Zunächst – wenn du es schreibst, heißt es »selbst«, nicht »selber«. Letzeres ist Umgangssprache.

Oft ist aber das Wörtchen ›selbst‹ überflüssig.

Beispiel: Er sollte nicht nur an sich selbst denken.

Besser: Er sollte nicht nur an sich denken.

Ähnliches gilt für das Wort ›direkt‹.

Beispiel: Sie sah ihm direkt in die Augen.

Besser: Sie sah ihm in die Augen.

Tipp #10 hin und her

Viele Menschen tun sich mit der richtigen Anwendung von hin(…) und her(…) schwer. Grundsätzlich gilt:

Wenn etwas auf den Erzähler zukommt, nimmst du ›her‹.

Beispiel 1: Er zog das Glas zu sich herüber.

Beispiel 2: Eine Frau kam die Treppe herunter.

Entfernt sich etwas von dem Erzähler (ausgehend von seiner Augenhöhe), nutzt du ›hin‹.

Beispiel 1: Er stieg die Leiter hinauf.

Beispiel 2: Er würgte es hinunter.

Tipp #11 Sprecherverben

Als ich mit dem Schreiben meines Romans anfing, habe ich diesen Fehler selbst häufig begangen – nämlich falsche Sprecherverben zu nutzen.

Wörtliche Rede lässt sich nicht ›kichern‹, ›grinsen‹, ›lächeln‹ usw.

Wenn du Zusätze zur wörtlichen Rede nutzt, dann achte darauf, dass es echte Sprecherverben wie ›sagte‹, ›fragte‹, ›antwortete‹, ›erwiderte‹ etc. sind.

Grundsätzlich prüfe aber, ob du überhaupt Zusätze benötigst. Im Allgemeinen sollte auch ohne Zusatz erkennbar sein, welche Romanfigur gerade spricht.

Tipp #12 Dativ oder Genitiv?

Ein weiteres Problem ergibt sich bei Präpositionen. Aus dem in der Schriftsprache geforderten Genitiv wird im Gesprochenen oftmals der Dativ.

angesichts
mit GenitivBeispiel: angesichts des Grauens
anhand

anhand von

mit Genitiv

mit Dativ

Beispiel: anhand der Indizien

Beispiel: anhand von Zeugenaussagen

anstatt
mit GenitivBeispiel: anstatt eines Blumenstraußes
aufgrund

aufgrund von

mit Genitiv

mit Dativ

Beispiel: aufgrund schlechten Wetters

Beispiel: aufgrund von Vermutungen

dank
mit GenitivBeispiel: dank der Wettervorhersage
entgegenmit DativBeispiel: entgegen ihrem Willen
entsprechendmit DativBeispiel: entsprechend ihrer Aussage
gemäßmit DativBeispiel: seinem Alter gemäß
infolgemit GenitivBeispiel: infolge des Zusammenbruchs
jenseitsmit GenititvBeispiel: jenseits des Ozeans
mithilfemit GenitivBeispiel: mithilfe eines Anwalts
nahemit DativBeispiel: nahe dem Dorf
seitensmit GenitivBeispiel: seitens seines Arztes
währendmit GenitivBeispiel: während des Spiels
wegenmit GenitivBeispiel: wegen der Hitze
zwecksmit GenitivBeispiel: zwecks höherer Einnahmen

Tipp #13 Pleonasmen … äh … was, bitte?

Was das sein soll, fragst du dich?

Von Pleonasmen (von griech. pleonasmós = »Überfluss«) spricht man, wenn innerhalb eines Ausdrucks mehrfach sinngleiche Wörter auftreten, die dem Leser keine zusätzliche Information bieten.

Die Liste solcher Pleonasmen ist lang. Sie gelten als Stilfehler, wenn du sie ohne erkennbaren Grund einsetzt.

  • schwarzer Rappe
  • kleines Kätzchen
  • Gratisgeschenk
  • winziger Zwerg
  • Baumallee
  • Einzelindividuum
  • zwei Zwillinge
  • Glasvitrine
  • Mitbeteiligung
  • runde Kugel
  • tote Leiche
  • zusammenaddieren
  • weibliche Kandidatin

usw.

Tipp #14 Auslassungspunkte

Endet ein Wort mittendrin, wird zwischen dem letzten Buchstaben und den Auslassungspunkten kein Leerzeichen gesetzt.

Beispiel: Was zur Höl…

Ist hingegen das letzte Wort vor den Auslassungspunkten vollständig, gehört grundsätzlich ein Leerzeichen dazwischen.

Beispiel: Ach hätte ich doch nur …

Am Satzende entfällt nach Auslassungspunkten der Schlusspunkt, jedoch nicht Frage- und Ausrufezeichen.

Beispiel 1: Wie kann er denn …?

Beispiel 2: Verd…!

Tipp #15 Anführungszeichen in deinem Roman

Achte auf eine einheitliche Verwendung von Anführungszeichen in deinem Roman. Statt der geraden Anführungszeichen am Anfang der wörtlichen Rede unten und am Ende oben (beides oben wird nur in englischsprachigen Texten genutzt) kannst du auch Chevrons (»…« und ›…‹) oder die französichen Guillemets («…» und ‹…›) verwenden.

Verwechsle einzelne Anführungszeichen nicht mit der Akzente-Taste (´) und (`) rechts neben dem ß auf einer deutschen Tastatur!

Die Zeichen erhältst du auch mit den folgenden Windows-Tastenkürzeln:

„ ALT + 0132
» ALT + 0187
“ ALT + 0147« ALT + 0171
‚ ALT + 0130› ALT + 0155
‘ ALT + 0145‹ ALT + 0139

So, das waren meine Schreibtipps zum Überarbeiten deines Romans.

Willst du dich ins Thema vertiefen, kann ich dir außerdem Schreiben! hoch 3: Schreibratgeberpaket für Romanautoren« von Stephan Waldscheidt empfehlen.

Jetzt bist du dran … also nochmals ran an den Roman. Achtung, fertig, verbessern!

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